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Paladin - Zyklus 2: Existenz und Metamorphose
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Über die Jahrhunderte hat sich das, was wir als Religion verstehen, verändert. Eines war jedoch immer Bestandteil der Religion. Der Versuch die Welt zu erklären. Irgendwann muß wohl jemand um sich gesehen haben; mit nur einer Frage im Kopf: ""Wo kommt das alles her ?" Natürlich waren die Menschen niemals mächtig genug, um ihre Welt selbst zu schaffen. Es mußten also mächtigere Wesen sein. Wenn sie mächtiger waren, waren sie dann auch unsterblich ? Oder gab es unter ihnen Tote ? Können Götter sterben ? Und wo kommen sie überhaupt her ? Die Quintessenz der Antworten auf diese Fragen bildete die Religion. In der Antike war Vielgötterei verbreitet; man ging jedoch auch von der Erklärung durch Mythen ab und suchte eine Erklärung, die alleine der Vernunft entspringt. Über Jahrhunderte stritten sich die Menschen über ihren Glauben. Heute, wo die eine Seite den göttergleichen Wissenschaftlern glaubt und die Welt als Formel sieht, während die anderen wie nie zuvor an ein höheres Wesen glauben, stellt sich die Frage, wer richtig glaubt. Wohl niemand und trotzdem alle. Erwarten wir Hilfe von denen, an die wir glauben ? Schulden sie uns nicht etwas ? Der Gedanke der Errettung durch die Macht, die die Welt geschaffen hat, ist und bleibt weitverbreitet.

Was passiert, wenn sich das, woran wir glauben, gegen uns wendet ?

 

Teil 1 Boden der Tatsachen

"Das Dumme am Boden der Tatsachen ist, dass man, auch wenn man schon angekommen ist, immer noch tiefer fallen kann."

Mark wachte auf.

Die Sonne stach in seinen Augen und erhellte die schwarzen Ringe unter ihnen; seine Knochen schmerzten, und seine Muskel verkrampften sich. Er fühlte sich, als als ob er tot wäre. Nicht der Tod, den er erlebt hatte. Ein unbarmherziger, qualvoller Tod. Wie er ihn verdient hätte. Die Reste von Alkohol hinterließen ein Klingeln in seinem Schädel. Seine Augäpfel fühlten sich...komisch an. Als wenn sie jeden Moment aus ihren Höhlen herausfallen könnten. Mark richtete sich mit viel Mühe auf und durchsuchte die Umgebung nach Gefahrenquellen. Niemand. Nichts. Keine Dämonen, die mit albtraumhaften Klauen nach ihm schlagen würden; keine Menschen, die auf ihn schießen würden. Einfach niemand. Traumhaft. Die Ruhe jedoch erschien Mark tückisch; wie ein Skorpion, eingegraben im Wüstensand und regungslos seit Monaten trotzdem jederzeit bereit, zuzuschlagen. Mark dachte über den gestrigen Tag nach. Gestern. Gestern war alles besser. Gestern, war er Paladin, hatte eine Partnerin. Heute ? Heute war er ein abgebrannter Vollidiot, der seine Partnerin im Stich gelassen hatte, kurz, ein absoluter Versager, der die gesamte Menschheit auf dem Gewissen hatte.

Die Melancholie wurde vom Klingeln seines Handys unterbrochen. Mark fischte mit einiger Mühe das Telefon aus seiner Manteltasche und klappte die Abdeckung nach unten. Das Display zeigte in einwandfreier Darstellung die Nummer des Anrufers.

0.0.0.

Mark traf mit seinem Daumen grob eine grüne Taste und nahm das Gespräch an. Azuriels gehetzte Stimme unterbrach ihn, bevor er auch nur ans Sprechen dachte.

"Bist dus, Mark ? Gut. Sag nichts, hör nur zu, die Leitung wird garantiert angepeilt. Ich weiß was passiert ist, und ich wäre verdammt froh, wenn ich wüßte, was hier oben abgeht ! Hier tickt die Bombe, und ich will nicht dabei sein, wenn die hochgeht. Ich weiß, du hast einen Kater wie nach ?ner Barnacht; die haben dir den Hahn zugedreht. Deine Kräfte sowie die heiligen Waffen sind unbrauchbar. Das Schwert kann ich mit Kraft versorgen, aber die USPs kannst du verschrotten. Ich hab dir eine Kreditkarte zukommen lassen, mit Zugriff auf ein Konto was ich mir für schlechte Zeiten mal angelegt hatte. Kauf dir Munition, und zwar massig; du wirst das Zeug brauchen. Übrigens, die Sache mit London steht noch; organisiere dir ´ne Schiffsreise von New York aus, bei "PP Cruises"; da wirst du nicht durch ?nen Metalldetektor geschleust. Viel Glück, du wirst es brauchen. Ich versuch inzwischen herauszufinden, welches Spiel hier mit uns gespielt wird. Die Sache stinkt mächtig. Vertraue niemandem."

Wieder einmal rauschte nur noch der ohmsche Widerstand durch die Leitung.

Mark klappte das Handy zu und setzte sich auf den nächsten Stein. Azuriel hatte ihm die Kurzfassung von dem erzählt, was sich Mark in seinem Kopf zusammengereimt hatte. Er war noch nie so müde gewesen wie gestern; aber er wußte, womit man die Situation vergleichen könnte. Mit einem Drogensüchtigen, der abrupt aufhört.

Die Macht war wie eine Droge, ungelogen. Und Mark war diesbezüglich auf hartem Entzug.

Er stand wieder auf und wanderte um seinen Rastplatz herum; in Gedanken tiefer versunken als seine Stiefel im Sand. Welche Prioritäten würde er sich selbst setzen ? Erstmal mußte er sich wieder bewaffnen, klar; aber sollte er an seiner Mission festhalten ? Wieso riskierte er sein Leben überhaupt für diese überheblichen Schwuchteln, die sich selbst Engel schimpften ? Und wieso zum Teufel hatten sie ihn genommen ? Er war nun wirklich kein Heiliger; er hatte Sonntags seine Stunden in den Wäldern verbracht und mit seinem Vater gejagt, anstatt mit seiner Mutter in die Kirche zu gehen. Er hatte einmal sogar eine Bibel zerrissen, jede Seite einzeln. Vater. Sein Vater. Der hatte ihn verstanden, wenn er keine Lust darauf hatte, ein paar Stunden in einem ordentlichen Anzug irgendwo herumzusitzen und alle paar Minuten "Amen !" zu sagen. Sein Vater hatte ihm interessantere Dinge beigebracht. Zum Beispiel, wie man eine Jagdgewehr bedient. Wie man ein Visier einstellt. Oder wie man Tretminen entschärft. Alles Dinge, die Mark das Leben mehrmals gerettet hatten. Was hatte Gott für ihn getan ? Ihn zur Belohnung für seine lästerliche Lebensweise wieder zurückgeschickt und ihm dann, als er sich mächtig fühlte, einen fetten Tritt in den Hintern gegeben ?

Mark besann sich zurück auf seinen Vater. Ja, das war sein Held. Jemand, der vor keiner Kneipenschlägerei zurückschreckte. Jemand, der, wie es seine Nachbarn ausdrückten, "mit dem Maul so schnell wie mit der Flinte ist." Stark. Geschickt. Und immer für eine Überraschung gut. Bis zu seinem letzten Atemzug hatte er stärker als der Tod gewirkt; er war sogar noch einen Tag davor im Wald gewesen, um Holz zu schlagen. Am nächsten Morgen wachte er dann nicht mehr auf; seine Mutter hatte Mark erzählt, er sei friedlich eingeschlafen. Mark hatte es kaum glauben wollen. Er hatte seine Sachen gepackt und war dann am nächsten Tag schon auf dem Weg in die große Stadt, nach New York. Dort war er eine Zeitlang einfach nur ein Streuner, dann fand er seine Bestimmung als Söldner. Für den Job war er einfach perfekt. Er war gerade mal 17, sah noch jünger aus und verstand etwas davon, ungefährlich zu wirken. Trotzdem war er Profi. Der Kunde war König, und der Kunde bestimmte die Todesart. Ob eine Geburtstagstorte aus Plastiksprengstoff oder ein einfacher Kopfschuß aus einem halben Kilometer Entfernung solange die Bezahlung stimmte, war Mark dabei.

Für diesen Job hatte man ihn leben lassen. Nicht der erste Job dieser Art. Wohl aber der erste, bei dem der Kunde nach der Auftragsbesprechung noch lebte. Mark hatte schon immer die Idioten gehaßt, die dachten, das er zu erpressen sei; er hatte sie bisher alle abserviert. Aber diesmal hatte er sich förmlich erpressen lassen; diesmal hatte er es eigentlich fast freiwillig getan. Alles nur die Frage der Perspektive. Natürlich hatte er bei den anderen Jobs noch gelebt, als ihm das Angebot unterbreitet wurde; ob das allerdings erheblich für die Betrachtung war, bezweifelte er. Er schaute auf sich selbst herunter. Er lebte doch noch, oder ?

Ja.

Der Job gefiel ihm, und er würde ihn verdammt noch mal erledigen. Er hatte seine Versprechen nie gebrochen. Er würde das Schiff nehmen. Er würde London ausräuchern. Er würde Sharon finden. Er würde sich seine Kräfte zurückholen. Er würde in ein paar fette Ärsche treten. Er würde zusammen mit Azuriel gegen die Mächte von Himmel und Hölle antreten. Er würde...nix da, zuerst würde er sich ausrüsten.

Beginn den Tag nicht ohne frische Munition.

Mit ein paar schnellen Handgriffen rollte Mark, von Ehrgeiz beflügelt, seinen Schlafsack zusammen und verstaute seine Habseligkeiten in der Seitentasche des Motorrads. Mit einem reflexartigen Fußtritt heulte der Motor auf, fast wie ein Schwein auf der Schlachtbank. Mark würde ihn nicht schonen. Er gab seinem Roß die Sporen und raste durch die Wüste, vorbei an Schildern, Reklametafeln oder kleinen Raststätten. Erst an einer Tankstelle hielt er an; zwar war ihm nicht endgültig klar, ob sein Fahrzeug jetzt wohl Benzin benötigen würde, aber in seiner Situation waren Risiken etwas, dass er sich nicht leisten konnte. Er tankte voll, dann betrat er die kleine Bude, die sich Geschäft schimpfte. Der Mief der Trostlosigkeit und Resignation hatte sich über alle Regale und Vitrinen gelegt; in ihnen verschimmelten langsam die verschiedensten Dinge, von Rasierklingen zu Gummibärchen. Die Preisschilder schienen wohl schon seit mehreren Jahren von Änderungen verschont geblieben zu sein; sie zeigten Preise, wie sie Mark aus den späten Sechzigern in Erinnerung hatte. Hinter der Kasse saß ein Mann mit tiefen Falten und fahlgrauem Haar; gekleidet in einen alten dreckigen Overall. Während Mark auf ihn zuschritt, fiel ihm ein winziges Detail auf.

An der Wand hing ein kleines Kruzifix.

 

Mark setzte ein wohlwollendes Lächeln auf und ließ seine Fingerspitzen leise auf den Tresen klopfen; die ungeteilte Aufmerksamkeit des Tankstellenbesitzers wurde ihm zuteil.

"Ja ?"

"Ich hab bei Säule 4 getankt. Nehmen sie Kreditkarten ?"

"Bargeld ist mir lieber, aber so ?nen neumodischen Kartenleser hab ich auch."

Mark reichte ihm die Kreditkarte, die Azuriel mit einem letzten Quentchen himmlischer Macht neben ihm deponiert hatte, und wartete einen Moment.

"Die Karte ist OK, sonst noch was ?"

"Hm...nun ja...sie wissen nicht zufällig, wo hier in der Nähe ein Waffengeschäft ist ?"

"Wozu brauchen sie denn eins ?"

Mark folgerte aus dem Blick des Mannes, das er jetzt besser seine Fähigkeiten im Bereich kreative Dichtung anwenden sollte.

"Ich fahre zu einem Wettschießen. Ich hab aber meine normale Munition bei mir in der Wohnung vergessen und bloß Übungsmunition dabei, mit der ich natürlich nicht teilnehmen kann."

"Tja, wenn sie es keinem sagen, kann ich ihnen auch etwas verkaufen...Was brauchen sie denn ?"

".50er Action Express, 10mm Auto sowie .308er Winchester."

"Also nein...So etwas hab ich nicht auf Lager. Da müssen sie schon in die Stadt für."

"Trotzdem danke."

Mark drehte sich um und begann seinen Weg nach draußen.

"Jungchen ?" Der Alte hatte wieder gesprochen. Mark blieb stehen und wendete seinen Kopf.

"Ja ?"

"Paß auf dich auf. Du riechst nach Ärger, und meine Nase hat sich noch nie geirrt."

"Danke für den Rat."

Weg. Einfach nur weg. Bevor der Typ ihn noch mal anlabert. Mit einem eleganten Schwung sattelte Mark wieder auf und setzte seinen Weg fort. Irgend etwas hatte ihm an dem Laden nicht gefallen. Noch konnte er es nicht definieren. Aber irgend etwas war einfach gigantisch faul an der Sache, ob es an diesem Verkäufer, den Preisschildern oder dem Kruzifix lag.

Bei längerem Verweilen wäre Mark die Schrotflinte unter dem Tresen, sein Steckbrief im Hinterzimmer oder der Telefonanruf bei der Polizei aufgefallen.


Von Gatac


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Teil 2 - Abgetaucht-->

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[ Druckerfreundliche Version ] Letze Änderung: 17.06.2001