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Paladin - Zyklus 3: Der Wiederstand
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Teil 5 - Abstieg


"So oft, wie ich unter der Erde bin, hätten die besser einen Maulwurf rekrutieren sollen."

In den nächsten Minuten erschallte mehrfach das befriedigende Klicken, das beim Nachladen einer Feuerwaffe entsteht. Nachdem Mark sichergestellt hatte, das wirklich alle seine Waffen jetzt fertig geladen und einsatzbereit waren, sammelte er noch zwei der herumliegenden Schrotflinten auf und betrachtete sie etwas genauer. Eine, ein schwarzes Monster aus Metall, sah verdächtig nach einer halbautomatischen SPAS 12 aus; das diese Flinte beim Militär verwendet wird, beeindruckte Mark aber nicht so sehr wie ein einziger Blick auf das zweite Exemplar - eine gekürzte Mossberg 590, oder anders ausgedrückt, eine von Sharons Waffen. Mark verstaute die kurze Waffe in seinem Mantel, dann warf er die SPAS Azuriel zu.

"Die wirst du brauchen, der Kampf ist noch nicht vorbei."
"Ach ja ? Heben mal bitte alle, die noch am Leben sind, eine Hand ?"

Zur Überraschung von Azuriel erhob sich tatsächlich eine einzelne Hand aus dem Stapel Leichen auf dem Boden. Unter den ungläubigen Augen der beiden Helden erhob sich ein etwa 20-jähriger Mann im Standardanzug der AdS und verschränkte dann die Hände hinter seinem Kopf.

"Bitte, nicht schießen !"
"So gründlich waren wir dann wohl doch nicht. Also Kleiner, gibt es einen vernünftigen Grund, dir keinen Einlauf mit Wolframschrot zu verpassen ?"
"Sie...sie...suchen doch den Dämon, oder ?"
"Weiter..."
"Na ja, ich kenne den Eingang zu den unteren Ebenen."
"Ein wirklich unheimlich praktischer und überhaupt nicht verdächtiger Zufall, der uns mehrere langweilige Stunden Suchen erspart und uns gleich wieder an den Puls der Action heranbringt, was ?"
"Mir egal, ich liefere hier nur Aktenordner vom Archiv in die Büros..."
"Dann zeig mir doch mal bitte den Eingang, denn das erhöht deine Chancen extrem, dieses Gebäude lebend zu verlassen."

Der Botenjunge (was eigentlich eine politisch inkorrekte Bezeichnung ist, heutzutage nennt sich der Berufszweig Informationstransport-Provider) wies den Weg zu einer falschen Wand, deren Schlossmechanismus nach etwa drei Schuss Kaliber .50 in Einzelteilen auf dem Boden lag und somit den Weg der Beiden nicht mehr aufhalten konnte. Nachdem man den Botenjungen instruiert hatte, dass eine falsche Bewegung den Verlust multipler lebenswichtiger Organe bedeuten würde, führte der Weg nach unten.

Szenenwechsel...

Im dritten Untergeschoss des Gebäudes war der Tag bisher eher langweilig verlaufen; die Klimaanlage machte Macken und hatte sich noch nicht zwischen Erfrieren oder Ersticken als humanere Todesart für die Angestellten auf dieser Ebene entschieden. Auf dem Flur herrschte der übliche Stau am Kaffeeautomaten, den - ebenfalls wie immer - die Wachleute mit freundlichem Verweis auf ihre Wichtigkeit für die Operation, ihr hohes Gehalt sowie ihre halbautomatischen Handfeuerwaffen für sich entschieden. Ebenfalls wie gewöhnlich konnten sich die Wachleute - von den Wissenschaftlern der Anlage scherzhaft als "letzte lebende Verwandte der Neandertaler" betitelt - nicht für eine bestimmte Kaffeesorte entscheiden. Aus eben diesem Grund hatten sich sämtliche anderen Mitarbeiter bereits wieder in ihre Büros zurückgezogen und versäumten die Diskussion der Waffenträger, ob "echte" Männer ihren Kaffee auch mit Kondensmilch trinken dürfen. Dann ertönte ein kurzes "Pling!" aus Richtung des Fahrstuhls, und auf einmal hatten die Wachleute ein sehr, sehr viel größeres Problem.

Einen offensichtlich leeren Aufzug, aus dem ohne ersichtlichen Grund eine Splittergranate auf sie zurollte. Und zu ihrem Leidwesen eine echte, scharfe, entsicherte und generell wirklich unfreundliche Splittergranate. Während jeder einzelne Wachmann die vorangegangene Diskussion für sich selbst bedauerte, kam die polternde Sprengladung langsam zur Ruhe; es folgte ein Moment absoluter Stille.

Es zuckte ein grausamer Lichtblitz durch den Korridor und verbrannte alles, was sich ihm in den Weg stellte, während Hunderte winziger Metallsplitter auf der Welle der Zerstörung mitritten und alles durchbohrten, was ihnen wiederum im Weg war. Der schreckliche Paukenschlag der Explosion erschütterte die gesamte Ebene, während die flammende Gaswolke immer weiter um sich griff, bis sie nur noch sich selbst verzehren konnte. So kam das Armageddon im Kleinformat langsam zum Stehen und hinterlies eine Schneise von Zerstörung wie einst der Tunguska-Meteor, nur natürlich im entsprechend kleineren Maßstab.
Im darauf folgenden Chaos ließen sich Mark und Azuriel durch eine Luke im Fahrstuhldach in die Kabine fallen und bewegten sich mit relativer Gelassenheit durch den Gang, während der gesamte Verwaltungs- und Forschungsbereich dieser Anlage alle Angestellten auf den Gang spuckte, die sich dann prompt auf den Weg zur nächsten Feuertreppe machten und im Moment wirklich größere Sorgen hatten als zwei Unbekannte, die mit Schrotflinten in der Hand, Sonnenbrillen im Gesicht und Lächeln auf den Lippen in die entgegengesetzte Richtung liefen. Ein paar Leute schauten noch reumütig nach dem Kaffeeautomaten. Aber dieser hatte fast die Hauptlast der Explosion abgefangen; er war zerstört. Auseinandergeblasen. Zerstückelt.

Nun ja, dachte man sich, es würde andere Automaten geben. Es wäre zwar nie mehr so schön, aber Koffein ist Koffein, oder ?

Die Leidtragenden der Explosion lagen jetzt auf dem Boden; einige tot, aber der Großteil bewusstlos, was im Anbetracht ihres körperlichen Zustands wohl doch die humanere Variante war. Azuriel kommentierte wieder nur mit einem Kopfschütteln und stoppte dann auf dem Gang, bückte sich und kümmerte sich um die Überlebenden.

"Geh du nur vor, ich schau mal, ob hier noch was zu retten ist."
"Wenn du Probleme damit hast, Leute umzubringen, dann bring beim nächsten Mal ne Blendgranate mit."
"Merk ich mir."

Mark setzte den Weg alleine fort und gelangte an eine schwere Panzertür; allerdings hatte er nicht mit einem kugelsicheren Schloss gerechnet.

"Az, wir müssen hier durch. Kennt einer von deinen Schützlingen die Kombination ?"
"Glaube ich nicht. Wenn überhaupt, sind alle Leute, die sie kennen könnten, gerade geflohen, und selbst bei denen scheint es mir eher unwahrscheinlich zu sein."
"Dann haben wir ein Problem. Kannst du Schlösser knacken ?"
"Nein. Du ?"
"Hab mal einen Schlösserlehrgang gemacht, aber das hier ist kein Vorhängeschloss. So etwas findet man eher in Fort Knox. Du hast nicht zufällig einen Schneidbrenner dabei ?"
"Versuch eine Feuerbeschwörung, ich bin zu fertig, um da etwas zu bewegen."
"Feuerbeschwörung. Klar. Nichts einfacher als das, mach ich jeden Morgen für meine Spiegeleier."

Mark versuchte, sich zu konzentrieren.

Feuer. Feuer. Mark dachte daran, versuchte sich eins der größten Feuer der überlieferten Geschichte vorzustellen, aber es gelang ihm nicht. Er hatte vom großen Feuer in Chicago gehört, hatte sogar mal eine Gedenkstätte dafür besucht, aber er konnte sich einfach kein Bild davon machen, nicht auf Anhieb zumindest. Also versuchte er es etwas langsamer. Er stellte sich ein Streichholz vor, was ihm auch ohne größere Schwierigkeit gelang. Er zündete es an, hielt es in einer imaginären Hand, und warf es in eine imaginäre Scheune voll mit imaginärem Heu. Und zum zweiten Mal brannte das hölzerne Chicago des 19. Jahrhunderts ab, während sich um Marks reale Hand eine Flamme formte.

Wenn man als Profikiller arbeitet und dann als Paladin rekrutiert wird, bekommt man allerhand wunderliche Dinge zu sehen. Mark zum Beispiel sah gerade, dass seine rechte Hand lichterloh brannte, obwohl er nichts fühlte und es der Hand nichts auszumachen schien. Nachdem er sich erfolgreich davon abgehalten hatte, zuviel darüber nachzudenken, legte er die Hand an die Tür. Das Metall verfärbte sich rötlich; schmelzender Stahl tropfte auf den Boden, und langsam gab die Tür nach. Mark vergrößerte das Feuer in seinem Geist noch weiter; er stellte sich vor, dass der Boden brannte, dass eine riesige Welle von Feuer alles verbrannte. New York. London. Moskau, wobei ihm dieser Gedanke aus irgendeinem Grund besonders gut gefiel. Er öffnete die Augen, nachdem er die gesamte Erde mental flambiert hatte.

Seine Hand zeigte ins Leere; vor seinen Füßen ergoss sich ein Fluss aus heißem Stahl.

Vor ihm stand Sharon, die über die plötzliche Verflüssigung ihres Gefängnisses extrem überrascht war. Hinter ihm stand Azuriel, der von der plötzlichen Verflüssigung von Sharons Gefängnis sehr überrascht war.

Zwischen ihnen stand Mark, der von der plötzlichen Verflüssigung von Sharons Gefängnis eigentlich eher nicht überrascht war, aber trotzdem einen ziemlich entgleisten Gesichtsausdruck auflegte.

"Mark !"
Besagter Paladin schaute über seine Schulter, so, als ob er sich nicht ganz sicher wäre, ob sie tatsächlich ihn meinte.
"Entschuldigung, hat etwas länger gedauert, dich zu finden. Mich zu finden. Ihn zu finden."
"Und wer ist deine nette Begleitung ?"
"Azuriel. Mein Kontakt zum Himmel."
"Hey Engel, nimm es nicht persönlich, aber früher hab ich Leute wie dich durch den Fleischwolf gedreht."
"Auch nett, dich kennen zu lernen."
"Ok, Schluss mit den Höflichkeiten, raus hier !"

Das Trio bewegte sich wieder auf den Fahrstuhl zu, als dieser auf einmal die Türen schloss und sich auf den Weg nach oben begab. Mark starrte etwas ungläubig, bevor es ihm wieder gelang, kohärent zu denken.

"Scheiße !"
"Was ist denn los ?" Sharons Frage war von ihrem Standpunkt gesehen berechtigt, einmal, weil sie aus ihrer Position nicht besonders viel von den Einsatztaktiken der Armee der Sterblichen mitgekriegt hatte, und außerdem, weil sie mangels Lichtschutz in dem hell erleuchteten Korridor nicht besonders viel sehen konnte.
"In einer halben Minute haben wir ein Säuberungsteam am Arsch, und die werden wohl mit schweren Waffen anrücken. Az ?"
"Wenn der Aufzug wieder unten ist, wird der Korridor hier mit Blei ausgekleidet, Capiche ? Entweder gehen wir hier irgendwo in Deckung und warten darauf, dass sie uns ausräuchern, oder wir sprinten die Treppen hoch und ersparen ihnen den Weg hier runter."
"Az, wie groß ist so ein Team ?"
"Die Größten haben etwa ein Dutzend Profis, und die werden sich wohl oben geteilt haben."
Der Aufzug begann wieder mit seinem Abstieg. Mark überlegte kurz (oder machte ein angestrengt aussehendes Gesicht), dann warf er Sharon ihre Schrotflinte und seine Sonnenbrille zu.

"Sechs sind besser als ein Dutzend, alle mir nach !"

Und so stürmten die drei die Feuertreppe hoch, geradewegs in die Falle, mit der vagen Hoffnung darauf, den Stepptanz durchs Minenfeld zu überleben.

Von Gatac


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