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Ein neuer Feind


Es war still in dem Helikopter, der sich langsam seinem Ziel Drassen näherte. Alle, sogar der sonst so lockere und fröhliche Blood, der immer ein wenig Stimmung in die kalten Nächte während des Krieges gebracht hatte, schwieg jetzt. Scully, der Teamleader, sah gedankenverloren aus dem Fenster. Er hatte in Dschungelkämpfen schon mehr als einmal wilde Tiere bekämpft, aber was jetzt vor ihm lag, wusste er nicht einzuschätzen. Irgendwo unten glitzerte ein Fluss im letzten Licht der untergehenden Sonne. Es kam Scully wie ein Symbol vor. Langsam sah er in die Runde seiner Kampfgefährten, die jetzt schon über zwei Monate mit ihm Dosenfraß, schlechtes Wetter und heftige Kämpfe mit Deidrannas Armee hinter sich hatte. Da war Blood, immer für einen Spaß zu haben und besser in Form den je. Er hatte dem Team mehr als einmal den Arsch gerettet als es darum ging, sich lieber stilvoll zurückzuziehen als den offenen Kampf zu wagen. Inzwischen meinte Scully auch, sich auf seine Schusskünste verlassen zu dürfen, über die er an den ersten Tagen um Drassen noch geflucht hatte. Unwillkürlich wanderte sein Blick zu der Schulterwunde, die ihm Bloods versagen damals eingebracht hatte und er musste lächeln. Es war nur noch eine kleine Narbe übriggeblieben, und noch einmal dankte er still dem immer noch anonymen Auftraggeber, das ausgerechnet Spider als Ärztin dabei sein sollte. Sie war die beste.

Scully war vorsichtig damit, sie in Feuergefechten einzusetzen und Spider dankte es ihm, indem sie mehr als einmal wie ein Wunder über Nacht die Wunden des gesamten Teams vorbildlich behandelte. Sie war ihr Geld mehr als Wert.

Scullys Blick wanderte zu seinem nächsten Kampfgefährten Ice. Schon in Metavira hatten sie vieles zusammen erlebt und Scully hatte sich sehr gefreut zu hören, dass er verlässliche Gefährten in Arulco bekommen sollte. Egal wie schlimm die Situation auch war, Ice wich nicht von seiner Seite und deckte die Aktionen mit seiner G41 ab. Bisher hatte alles gut geklappt, aber jetzt sah Scully zum ersten mal den Ausdruck von Nervosität, oder war es Angst, auf dem Gesicht seines Gefährten.

Die unverkennbare britische Stimme des letzten Teammitgliedes Sidney riß ihn aus seinen Gedanken: "Es ist Zeit uns mal genauer einzuweihen, Scully. Bisher hieß es immer nur, in Drassen gäbe es einen Notfall. Ich bin ja kein Feigling aber ich würde gerne wissen, womit wir es zu tun haben ! Verdammt ich bin Profi, ich wurde bezahlt um hier einen Krieg zu gewinnen und in Alma waren wir auf dem besten Weg dazu. Und dann werden wir plötzlich abgezogen ? Was kann so wichtig sein ?"

Scully hörte sofort den Unterton der Furcht, den er von Möchtegern-Profis kannte, bei Sidney aber nie zuvor gehört hatte. Sidney war gereizt. Er war eigentlich der einzige, der nicht noch ein wenig unter den Nachwirkungen der Feier litt, die nach dem Sieg in Alma abgehalten wurde. Sidney war klüger gewesen und hatte nichts getrunken. Ganz der Profi, immer im Dienst.

"Ich weiß auch nichts genaues, Sid. Ich hab?s dir schon tausend mal gesagt. Irgendwann hat der Operator mich kontaktiert und gesagt, Sky währe schon unterwegs uns abzuholen, in der Mine wären Leute gestorben. Wir werden uns mit Fred unterhalten müssen, um mehr zu erfahren. Allen Anschein nach handelt es sich dabei aber nicht um die Armee. Mir gefällt die Sache auch nicht, aber für diesen Dreck werden wir schließlich bezahlt."

Er sah, das Sidney mit der Antwort nicht einverstanden war, aber er schwieg und beschäftigte sich nur noch mit seiner Waffe. Irgendwie tat es Scully leid, das er Sidney nichts genaueres sagen konnte, denn er hatte ja recht. Der Auftrag stank in den Himmel. Nichts genaues, nur ein Notfallruf. Das war verdammt wenig.

"Relax Boys, bisher haben wir es immer geschafft" meldete sich der Pilot Skyrider zur Stelle. "Macht euch aber bereit. We?ll arrive soon."

....

 

...

Fred Morris, der Vorarbeiter der Drassen-Mine, die in den ersten Tagen den Aufstand nur mit Mühe und Not finanzieren konnte und inzwischen das Rückgrat der Operationen war, wartete schon ungeduldig, als das Team endlich in dem Flughafen eintraf.

"Bevor ihr fragt und bevor ich euch etwas erkläre, solltet ihr euch vielleicht etwas ansehen. Danach können wir reden." Scully nickte nur. Er war Team-Leader, und als solcher durfte er gar keine Angst oder Respekt vor dem Gegner zeigen. Außerdem wollte er es auch gar nicht. Ein stilles Lächeln wurde zu einem breiten Grinsen, als er seine Sonnenbrille aufsetzte. Wer auch immer jetzt schon wieder störte, das Team würde es schaffen.

Das Gewehr lässig über der Schulter folgte er Fred in die Hütte des Vorarbeiters. Die Straßen waren Menschenleer und keiner aus dem Team redete ein Wort...

...Das Bild, dass sich Scully bot, war erschreckend. Was er auf dem Tisch, auf dem einst die Bilanzen des Vorarbeiters gelegen hatten, war keine Leiche mehr. Es war schlimmer.

Ice wurde bleich und Sidney drehte sich angewidert ab. Natürlich hatten sie schon viele Leichen gesehen und natürlich hatten sie selbst schon unzählige Gegner auf dem Gewissen, aber was sie jetzt sahen, entsetzte sie trotzdem. Nur Spider ging entschlossen auf das, was von dem Minenarbeiter übrig war zu und untersuchte ihn.

"Wir konnten ihn bergen. Wahrscheinlich war es Juan Acratas, ein Flüchtling aus Cambria, der sich uns freiwillig angeschlossen hat. Er war bereit, für sein Land zu sterben, aber das hier ist unwürdig."

In diesem Punkt konnte Scully Fred zustimmen. Die Beine Juans waren von Krallen zerfetzt. Aus dem Torso quollen angefressene Organe und gesplitterte Knochen, der rechte Arm fehlt völlig. Vom Kopf des Minenarbeiters war nicht viel übriggeblieben. Der gesamte Hinterkopf schien mit einem kräftigen Hieb einfach abgetrennt worden zu sein, auf jeden Fall fehlte er. Die Wunde sah grausam aus. Sein Gesicht war nicht mehr zu erkennen.

"Solche Wunden habe ich noch nie gesehen" meine Spider in einem Tonfall, der in Scullys Ohren wie der eines Forschers bei einer brillianten und tollen Erfindung klang. "Ich habe schon in Dschungelgegenden gearbeitet und kenne mich mit Raubtierverletzungen aus, aber so etwas.." Spider brach den Satz ab und sah nachdenklich auf den Toten.

Bevor die Moral des Teams endgültig abrutschen konnte, trat Scully demonstrativ vor seine Leute: "Was auch immer sich den Weg in die Minen gebahnt hat, wird für das da" Scully deutete auf die Leiche "bezahlen. Fred, was weißt du noch ?"

"Der Operator hat einen neuen Mann geholt, weil ihm das ganze hier zu gefährlich wurde. Er ist schon in den Minen, aber er ist nicht von der A.I.M. Hat sich ein paar Leute aus der Kneipe geschnappt und ihnen Waffen in die Hand gedrückt. Hmm, er hat keinen Widerspruch geduldet. Wir haben nicht gewagt, ihn zu provozieren. Er meinte, er würde die Stellung halten. Das war vor zwei Stunden. Bisher hab ich noch nichts neues von ihnen gehört. Ach ja, er sagte noch, sein Name sei KENAI."

Scully überlegte fieberhaft. Kenai ? Nein, der Name war ihm unbekannt. Vielleicht wieder ein Vollidiot von Speck. Es würde sich zeigen, was der Neuankömmling konnte, aber darüber mußte er nicht jetzt nachdenken.

"Was ist eigentlich mit der Miliz, hat die schon was unternommen ?"

"Nein, es kam ein direkter Befehl von ganz oben, das die Miliz sich lediglich auf die Verteidigung der Stadt konzentrieren sollte."

Manchmal verstand Scully den Operator einfach nicht.

Dann wandte er sich zu seinem Team. "Wir brechen sofort auf" .

Die Angst und Unsicherheit hatte sich in eine grimmige Entschlossenheit verwandelt als die fünf Söldner die Mine betraten...

... Es war erstaunlich warm im inneren der Mine und das flackernde Licht der Grubenlampen verwandelte die Wände in eine Leinwand des Spieles aus Licht und Schatten. Scully ging vorneweg, links und rechts hinter ihm Ice und Blood. Sidney hielt sich, mit Granaten bestückt, im Hintergrund, ebenso Spider, die den Abschluss der kleinen Gruppe bildete. Fred hatte ihnen einen alten Plan von der Mine mitgegeben, und sie drangen immer tiefer in die Mine ein. Die Minen der Kämpfer waren angespannt und konzentriert. Es war Ice, der als erstes den vertrauten Klang von Waffenfeuer wahrnahm. "Scheint so, dass sie schon richtig losgelegt haben, was ?" fragte er ironisch. Dann begannen sie, zu rennen...

... Scully verschaffte sich eilig einen Überblick über das Chaos, in das sie gekommen waren, soweit das im Halbdunkel der Mine überhaupt möglich war. Hinter einer notdürftig errichteten Barriere aus Erde und Loren hatten sich ungefähr sechs Leute verschanzt und hielten mit ihren Waffen in die Dunkelheit vor ihnen, aus der immer wieder grausame, widernatürliche Schreie zu hören waren. Die Kombination aus den Blitzen der Schüsse und den flackernden Grubenlaternen tauchte die Mine in ein unwirkliches Licht. Jetzt hieß es erstmal, das Ruder in die Hand zu nehmen. "Spider, sieh nach ob wer verletzt ist.

Ice nach links, Blood rechts, Sidney, wir versuchen herauszufinden wer Kenai ist. Versucht zu erkennen, wogegen wir hier eigentlich kämpfen !"

Scully hatte die Befehle schreien müssen, denn der Lärm der Waffen und Schreie hallte von den Wänden wieder. Wie erwartet reagierte sein Team jedoch schnell.

...Shino Careira hörte, dass neue Leute gekommen waren. Nicht nur die Wärme hier in den Minen sorgte dafür, dass er vor Schweiß nur so triefte. Er hatte nie kämpfen können, und so hatte er einfach blind in die Dunkelheit gehalten und gehofft, dass niemandem auffiel, wie unsicher er war.

Plötzlich wurde er von einem starken Arm an der Schulter gepackt.

"Hey, wer von euch ist Kenai ?" Der Mann war zu verängstigt, um Scullys Frage zu beantworten...

... "Ist schon gut, wir übernehmen hier. Ruh dich aus" Scully nahm den Platz des völlig verängstigten Mannes ein. "Über deine Wahl der Leute reden wir noch, Kenai" fügte er Leise hinzu. Während er versuchte, in der Dunkelheit vor ihm ein Ziel auszumachen hatte Sidney schon eine Granate scharf gemacht. "Right side, ca. 3 Meter" gab der Brite weiter. Scully zielte. ...

Spider kniete bei einem der Arbeiter und versuchte seine Wunde mit einer der Laternen zu beleuchten. Allen Anschein nach war er auf dem Weg hierher gefallen, auf jeden Fall war es keine ernsthafte Verletzung. Dankbar, dass er ein wenig Pause bekam sah er sie an. Die Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben.

Plötzlich wurde die Ärztin grob zurückgerissen und umgedreht. Vor ihr stand ein Mann, etwa 1,80 m groß und schlank. Er trug enge, ärmellose Naturlederkleidung, die die Hitze erträglich machte und seine Muskeln betonte. Er hatte einen Munitionsgurt umgehängt, aber sein linker Arm hing regungslos an seiner Seite, als wäre er eine Last und seine Kleidung war blutbefleckt. In der Rechten hielt er scheinbar mühelos ein Gewehr. "Was zum Teufel macht eine Frau wie du hier unten ? Das ist kein Spiel !" fuhr er sie an. Seine Stimme war hart.

Dann sah Spider das erste mal sein Gesicht. Ihr Atem stockte. Das Gesicht des Mannes, kein Arulcaner, wie sie jetzt an der bronzenen Hautfarbe erkannte, erkannte, war vollkommen entstellt. Vergeblich hatten Ärzte versucht, dass, was einmal die Nase gewesen sein sollte nachzustellen und über seine Wangen verlief eine tiefe Narbe. In seinen Augen blitzte Ärger und Erregung gleichermaßen. Das war also Kenai. "Was starrst du so, ich hab dich was gefragt !" offensichtlich war der Mann mit der Geduld am Ende. "Und du" wendete er sich an den Minenarbeiter "mach gefälligst weiter. Heulen kannst du hinterher !" Seine Stimme duldete keinen Widerspruch und der arme Arbeiter beeilte sich, dem Befehl folge zu leisten.

Spider konnte Scully nirgendwo ausmachen also entschloss sie, selbst etwas zu unternehmen. Schließlich war sie hier die Ärztin. "Hören sie mal, benehmen sie sich bitte." fuhr sie verärgert auf. Wie vom Donner gerührt wendete der Mann sich ihr wieder zu. Er hatte wohl nicht mit Widerworten gerechnet und sich schon wieder dem Kampfgeschehen zugewandt. Dann beugte er sich zu ihr herunter. Spider viel es schwer, dem Söldner in das entstellte Gesicht zu sehen. "Und jetzt hören SIE mal." Sagte er in einem kalten, lauernden Tonfall. "Verschwinden sie aus den Minen, ja. Ich bin verdammt noch mal nicht hier um mit Frauen zu streiten, die mich an der Ausführung meiner Aufgaben hindern. Und jetzt" er machte eine kurze Pause "gehen sie mir endlich aus den Augen !"

Als er sich umdrehte zuckte er schmerzhaft zusammen. Offensichtlich war er ernsthaft verletzt. Spider wollte es mit etwas Freundlichkeit versuchen. "Hey sie sind verletzt. Ich bin Ärztin. Kommen sie, ich verbinde ihre Wunden."

Sie wollte sich schon an die Arbeit machen als Kenai sie grob wegstieß. "Lass Bluten, ich hab genug davon" fuhr er sie an. Spider gab es auf. Sie würde ihn nicht zu seinem Glück zwingen. Schnell versuchte sie, Scully ausfindig zu machen. Der war bisher noch mit jedem fertig geworden.

Die Gruppe scharte sich um das "Ding", dass in einer zähflüssigen, giftgrünen Blutlache vor ihnen lag. Der Kampf hatte lange gedauert, aber jetzt schien alles ruhig zu sein. Im fahlen Licht der Grubenlampen konnte man nicht alle Einzelheiten erkennen, aber es war klar, dass es sich um eine Art riesenhaftes Insekt handelte. Der massige, fleischige Körper war mit Schuppen und ledriger Haut bedeckt, die mit einer dünnen Schleimschicht überzogen war. Bei Berührung brannte es auf der Haut. "Hab ich dich nicht schon mal unter meinem Kleiderschrank gesehen ?" versuchte Scully die Spannung, die die Höhle wie eine schwere Wolke überlagerte zu lösen und trat gegen den leblosen Körper. Die Klauen und Fänge zuckten kurz auf, als wolle das Biest sich selbst nach dem Tode noch wehren. Auf eine Bewegung hin drehte Scully sich um. Und sah in das entstellte Gesicht seines neuen Mitstreiters, Kenai, der ihn kühl und abschätzig musterte. "Ich habe mich umgesehen. Weiter hinten" Kenai zeigte mit seiner Waffe tiefer den Stollen hinab, "führt ein Loch durch den Boden. Stinkt ziemlich nach den Biestern, aber da müssen wir runter." Seine Stimme klang überlegen und abfällig, als hätte er sich soeben zum neuen Teamleader erklärt. Scully gefiel die Art nicht, wie Kenai ihn ansah. Es lag etwas herausforderndes, aggressives in seinem Blick. Dennoch nickte er nur. "Zeig uns den Weg."

Als das Team schweigend Richtung Kampf marschierte, lächelte Scully in sich hinein. Er würde Kenais Loyalität noch prüfen. Bald.

Das "Loch" war eine ca. 2 m große Öffnung im Boden, offensichtlich durch die Klauen der Insekten gegraben. Ein bläulicher Schimmer, vielleicht von irgendwelchen Höhlenpflanzen bewirkt, beleuchtete das innere spärlich mit schummrigen Licht. "Ice, du gehst vor. Sei Vorsichtig wie immer. Danach Blood und Sidney. Ihr sichert den Eingang" Scully flüsterte nur und einen Moment später wunderte er sich darüber. Die dunkle Stimmung in den Minen hatte ihn wohl mehr angesteckt, als er sich eingestehen wollte.

Die drei machten sich wie befohlen auf den Weg, nicht ohne sich mit einem Handschlag zu verabschieden. "Komm Spider, wir bilden den Schluss" sagte Scully. Dann setzte er demonstrativ seine Sonnenbrille auf und wandte sich mit einem freundlichen Lächeln Kenai zu: "Du bleibst hier und hältst Wache. Könnte sein, dass noch welche von denen hier oben sind." Sagte er in todernstem Tonfall. Für einige Sekunden herrschte gespannte Stille, doch Scully konnte sehen, wie Kenais Blick sich verhärtete. Kenai und Scully fochten ein stilles Duell. Langsam, ganz langsam senkte Kenai den Blick. "Wieso bleibt nicht das Weib hier ? Ich weiß immerhin schon, wie man mit einer Waffe umgeht" Kenai gab sich nicht geschlagen. "Pass auf, was du sagst, Kumpel !" Langsam wurde Scully sauer. Wir brauchen da unten wen, der sich im Notfall um die Verwundungen kümmern kann und Spider weiß sehr gut wie man kämpft."

Kenai konnte seine Faust nur ganz knapp vor Scullys Gesicht zum stehen bringen. "Ich bin es nicht gewohnt so behandelt zu werden ! Und nenn mich nicht Kumpel."

Die letzten Worte sprach Kenai mit einem drohenden, lauernden Unterton in der Stimme.

Scully versuchte, die Situation zu entschärfen: "Okay. Bring die Zivilisten wieder nach oben, dann komm von mir aus nach. Wir markieren den Weg, damit du uns findest. Aber du solltest dich schnellstens an unsere Ärztin gewöhnen."

Kenai verschwand wortlos in der Dunkelheit...

Während zuerst Spider und dann Scully in die tiefergelegene, große Höhle kamen, sicherten die drei Teamkameraden den Eingang. Die Wärme der Minen war einer unangenehmen Kühle gewichen, die von einem muffigen, strengen Gestank begleitet wurde. "Alles okay ?" fragte Scully flüsternd. "Ich glaube, sie sind hier unten" gab Ice zurück. "Da hinten hat sich eben was bewegt" Die Gruppe lauschte gespannt. Scully kannte diese "Ruhe vor dem Sturm", in der Sekunden wie Stunden schienen, nur zu gut. Der Kampf lag in der Luft. "Waffen auf Feuerstoß" meinte Scully leise. "Es geht gleich los." Ein Seitenblick verriet ihm, dass auch die anderen dieses Gefühl hatten.

Dann, begleitet von einem alptraumhaften Scharren und widernatürlichen Schreilauten, stürzten die Insekten auf das Team ein. Scully gelang es gerade noch, den Feuerbefehl zu geben, dann war die Luft auch schon erfüllt mit dem Lärm des Krieges. Die Waffen feuerten ohne Unterlass, während die Insekten sich mit erschreckender Zähigkeit und Schnelligkeit näherten. Scully unterstützte mal hier, mal da, während der Rest des Teams feste Richtungen verteidigten. Sie hatten auch alle Hände voll zu tun.

Obwohl das Gefecht nur wenige Minuten gedauert haben konnte, war Scully völlig durchgeschwitzt. Auch auf den Mienen seiner Mitstreiter las er Erschöpfung.

Leere Magazine und Patronenhülsen bedeckten den Boden um die Söldner. Kein einziges der Ungetüme war nahe genug herangekommen, um seine Klauen und Zähne gegen die Söldner einzusetzen, doch das Zucken der sterbenden Insekten und die Schreie, die immer wieder wie Blitze die Stille durchbrachen zehrten weiter an den Nerven. "Jetzt reicht es, verdammte Scheiße !" ein Feuerstoß von Blood fuhr in die Dunkelheit. Die letzten Schreie der sterbenden Tiere verstummten während Scully auf Blood einredete "Ruhig Junge, verdammt bleib ruhig !" Blood viel es schwer, seine brachliegenden Nerven wieder zu beruhigen, aber er sicherte seine Waffe und senkte sie. "Die Dunkelheit... diese Schreie...ich hab es nicht mehr ausgehalten." Blood schämte sich nun für sein Verhalten. Er war Profi. Scully seufzte. Es würde ein harter Kampf werden.

Zwei Stunden und etliche Munitionspakete später hatte das Team sich tief in die unterirdischen Gänge gekämpft. Blood war am linken Arm schwer verletzt worden, konnte aber noch kämpfen, Spider und Scully hatten etwas von dem ätzenden Gift der Insekten abbekommen, waren aber wieder klar bei Sinnen. Von Kenai fehlte seitdem das Team weiter vorgedrungen war jede Spur. Scully schüttelte den Kopf. Er hatte den Söldner für mutiger gehalten.

Ein beständiges Scharren und Schaben machte allen im Team klar, dass der Kampf noch nicht überstanden war. Langsam, in Formation, rückten sie weiter vor. Ein Blitzen von bösen Augen verriet Scully fast zu spät, dass die Insekten da waren. "Achtung" rief er, dann feuerte er auch schon seine Waffe ab. Wie vor dem Arulco-Einsatz eingeübt stürzte das Team auf den Boden um ein schlechteres Ziel zu bieten, als auch schon eine Wolke des Giftgrünen Gases an ihnen vorbeirauschte. Scully sah sich hastig um und musste sich eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben. Das Team befand sich in der Mitte einer Höhle. Sie waren von allen Seiten angreifbar, und sie brauchten jeweils zwei Mann um eine Seite halbwegs sicher zu halten. Ice und Blood hatten sich ihr Ziel schon ausgesucht, während Spider hastig an ihrer Gasmaske herumrückte. Irgend etwas schien nicht zu stimmen. Sidneys Ruf unterbrach Scullys Gedanken:

"Scull verdammt, hilf mir !" Mit blitzschneller Reaktion wandte der Teamleader sich in Sidneys Richtung und feuerte. Es kam keine Sekunde zu spät, denn der Körper des Insektes, dass mit voller Wucht angelaufen gekommen war, torkelte direkt vor Sidney, der vorsichtshalber einen Schritt zurück machte, bevor es mit einem donnernden Aufschlag zu Boden viel. Scully grinste. "Strike" sagte er und ballte die Faust, doch im selben Moment durchfuhr ihn ein reißender Schmerz. Scully wusste nicht mehr, was er dachte und was er fühlte, während er versuchte, sich umzudrehen. Aus seinem Rücken war ein ganzes Stück Haut und Fleisch weggefetzt worden und hing nun an den Fängen eines der alptraumhaften Wesen, das sich jetzt wie ein Rachegott über ihm aufbäumte. Scully war oft in Gefahr gewesen, aber er hatte selten dermaßen Angst, ja fast Panik gehabt.

Das Insekt vor ihm wurde von Salven aus Spiders und Sidneys Waffen zurückgeschleudert, schlug jedoch verzweifelt nach Scully, der sich gerade so wegrollen konnte. Aus dem Augenwinkel sah er, dass das Gas Ice und Blood erwischt hatte. Zwar schützten ihre Masken sie vor den schlimmsten Folgen, doch versperrte der grünliche Rauch ihnen die Sicht auf ihre Ziele.

Sidney und Spider hatten seinen Gegner ausgeschaltet, und während Sidney sich schon wieder einem anderen Ziel zuwenden musste, wandte sich Spider zu Scully um und lies achtlos ihre Waffe fallen. "Scheiße Scully, so schlimm hat es dich selten erwischt. Lass mal sehen" mit einigen professionellen Handgriffen hatte sie ihren Verbandskasten geöffnet und kümmerte sich sorgfältig um die Verletzung. Scully wusste, dass er viel Blut verloren hatte. In einem Dämmerzustand zwischen Schlaf, Tod und Leben kam ihm die Zeit unendlich langsam vor. Alles verlief in Zeitlupe. Er spürte Spiders hastige Bewegungen, hörte wie ein Rauschen im Hintergrund die Geräusche der Schlacht. Es kam ihm irreal vor. Als er aufblickte, sah er nur noch Spiders schreckengeweitete Augen, die angstvoll auf das Insekt blickten, dass über ihnen aufgetaucht war. Blut spritzte, als ihr Kopf von der vollen Wucht des Krallenschlages erwischt wurde. Scully verlor Spider aus den Augen und schloss sie kurz. So geht es also zu ende.. dachte er, als der überraschte fast fragend klingende Schrei des Insektes vor ihm ihn die Augen öffnen sah. Grünlich ätzendes Blut lief dem Tier aus einer Kopfwunde und dort, wo einst eines der kleinen, bösen Augen gewesen war steckte nun bis zum Schaft ein verziertes Tomahawk. Noch während das Biest nach hinten wegkippte konnte Scully sehen, wie eine Gestalt in Ledermantel und mit einer MP in der einen, einem zweiten Tomahawk in der anderen Hand über ihn hinwegschritt und sich in den Kampf stürzte. Scully sah Kenai nach, der ohne Rücksicht auf Verluste auf seinen Gegner zuging, fast spielerisch einem Hieb auswich und selbst mit seinem zweiten Tomahawk zuschlug. Dann verlor er endgültig sein Bewußtsein...

Als Scully wieder zu sich kam war Kenai gerade dabei, Spider zu verbinden. Er hatte noch nicht bemerkt, das Scully wieder bei Sinnen war. Scully war überrascht, wie vorsichtig und sorgfältig Kenai sich um die Wunde kümmerte, die Spider fast das Leben gekostet hätte. Offensichtlich war der Mann doch nicht so hartherzig, wie er sich darstellte. Scully sah sich um. Neben einer Laterne sah er Blood und Ice, beide schliefen und waren versorgt. Sidney saß neben Kenai, schwieg jedoch und half, wo er konnte. Scully versuchte sich aufzurichten, doch der stechende Schmerz dort, wo er die tiefe Wunde erhalten hatte macht ihm sein Unternehmen reichlich schwer. Auf sein Gewehr gestützt kam er näher und sah in das entstellte Gesicht Kenais, der nun zu ihm aufblickte und aufstand. Seine beiden Tomahawks waren immer noch mit dem Blut der Insekten besudelt. Offensichtlich wollte Kenai sie noch nicht reinigen. Scully legte ihm die Hand auf die Schulter. "Danke" sagt er und legte so viel Betonung in seine Stimme wie es ihm möglich war. Kenai sah ihn nur stumm an. "Du bist wieder zu dir gekommen. Das ist gut." Meinte er. "Ihr schafft das schon" dann drehte er sich um und verschwand im Dunkel der Minen. Scully war sich nicht sicher, aber er meinte eine Träne auf dem Gesicht des seltsamen Söldners zu sehen. "Ein einsamer Krieger" dachte er nur. Auf einmal tat Kenai ihm leid. Gedankenversunken machte er sich daran, Spiders Wunde weiter zu versorgen.

 

Gewidmet dem Meister der Lebensläufe Kenai


Von Scorpion Chris


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