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Der schwarze Schakal
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Das hier ist meine erste selbstgeschriebene Geschichte. Sämtliche Namen sind frei erfunden und stehen in keinem Zusammenhang zu irgendwelchen real existierenden Personen. Weitere Teile werden folgen wenn sie fertig sind. Ich möchte vorallem meinen Testlesern danken, die diese Geschichte von (hoffentlich) allen Fehlern befreit haben und mit ihrer Kritik dazu begetragen haben das man diese Geschichte besser lesen kann. Danke Phoenix und Mattscho. *schnief*

1. Teil: Das Vorspiel

Los Angeles 10.22 Uhr Ortszeit
In Michael Mattisons Appartement

Das Telefon klingelte schrill und riss Michael aus seinem geradezu tranceähnlichem Zustand. "Scheiße! Ich hätte wohl doch nicht den Crack mit dem Whiskey mixen sollen. Verdammt seien diese Yuppiepartys!" Murmelte er im Halbschlaf vor sich hin. Hatte nicht gerade das Telefon geklingelt? Hastig suchte er mit beiden Händen nach dem Hörer. Sein Körper wollte aber nicht richtig mitspielen, so dass er von der Bettkante fiel und hart mit dem Kopf auf dem Holzfußboden aufschlug, den er vor ein paar Wochen neu hatte legen lassen. Mühsam versuchte er seine Muskeln wieder unter Kontrolle zu bringen und schaffte es nach einigen Versuchen auch aufzustehen. Mit der einen Hand auf der Bettkante gestützt, tastete er mit der anderen nach dem immer noch klingelnden Telefon. "Wehe es ist nichts wichtiges!" Fluchte er innerlich über den ungebetenen Störenfried. Endlich hatte er den Hörer in der Hand.
"Wer stört?"
"Namen sind unwichtig. Wir möchten ihre Dienste für einen etwas anspruchsvolleren Auftrag in Anspruch nehmen Mr. Helldragon."
Michael war sofort hellwach und sein Kater wie weggeblasen. Ein Auftrag. Er hatte seit mehreren Monaten keinen Auftrag mehr bekommen. Nicht einmal einen Kurierdienst oder ähnliches.
"Um was für einen Auftrag handelt es sich? Und woher zum Geier kennen sie meine persönliche Telefonnummer?"
"Kommen sie in einer Stunde zum "Red Dragon" in der Harrisonstreet. Dort werden einige ihrer Fragen beantwortet werden."
Es klickt. Der Anrufer hatte aufgelegt. War das ein neuer Auftrag oder eine Falle seiner Feinde von denen er wahrlich genug hatte? Michael war sich unschlüssig. Normalerweise kontaktierten ihn mögliche Auftraggeber über seine E-Mail. Aber dieser Anrufer kannte seine Privattelefonnummer und wahrscheinlich auch seine Adresse. Die Sache gefiel ihm nicht. Keiner außer seinen besten Freunden kannte seinen richtigen Namen und seine Adresse. Womöglich war das ein Hinterhalt um ihn auszuschalten. Aber sie hätten ja auch gleich in seine Wohnung eindringen und ihn im Schlaf ermorden können. Es war riskant, aber er würde hingehen um zu erfahren wer dieser ominöse Auftraggeber eigentlich war. Und wenn dieser Mann zuviel wusste war er eine nicht zu unterschätzende Gefahr die es auszuschalten gilt.


Im Feuerdrachen eine Stunde später

Michael hatte sich seine besten Sachen angezogen und saß jetzt in einem maßlos überteuerten Nobelrestaurant. Der Oberkellner hatte ihn zwar etwas komisch angeschaut, hatte aber offenbar beschlossen dass ein Streit mit dem schlechtgekleideten großen Mann, dessen Muskeln auch unter dem weiten Hemd noch deutlich sichtbar waren, dem Geschäft nicht unbedingt förderlich war. Der ominöse Anrufer war noch nicht aufgetaucht und so hatte sich Michael ein Mineralwasser bestellt. Er musste erst mal nüchtern bleiben damit er auf einen eventuellen Angriff angemessen reagieren kann. Immerhin könnte das Ganze immer noch eine Falle sein. Und mit der Sig Sauer an seiner linken Seite und der Kevlarweste unter seinem Hemd fühlte er sich schon etwas sicherer.

Der gutaussehende Mann mit dem schwarzen Anzug und den sorgfältig gekämmten Haaren betrat, einen Aktenkoffer in der Hand haltend das Lokal. Der Oberkellner war bemüht einen seiner besten Kunden auch gebührend zu empfangen und kam sofort eiligen Schrittes auf ihn zu. Der Anzugträger beugte sich leicht herunter und der Oberkellner flüsterte ihm leise die Information ins Ohr für die er bezahlt wurde. Er würde sich so oder so nicht lange an dem Geld erfreuen können. Das Säuberungsteam würde alle Beweise die auch nur in die Richtung vom Boss zeigen könnten, restlos beseitigen. Der Anzugträger sah sich kurz in dem chinesisch eingerichteten Restaurant um und entdeckte seine Zielperson in der hintersten Ecke, wo er an der Wand saß und ein Mineralwasser trank. Mit schnellen Schritten ging er auf den Söldner zu.

Michael war der Mann sofort aufgefallen als er das Lokal betrat. Nach außen hin ruhig behielt er ihn unauffällig im Auge als sich der Oberkellner zu ihm beugte und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Blöd das er nicht Lippenlesen konnte. Das wäre jetzt hilfreich, zu erfahren was der Pinguin dem adretten Herrn wohl erzählte. Aber da kam er ja schon auf ihn zu. Unauffällig öffnete Michael sein Pistolenhohlster.
"Mr. Mattison nehme ich an."
"Kann sein. Mit wem habe ich das Vergnügen?"
Der Anzugträger sah sich kurz um als erwarte er einen Mann mit Trenchcoat und Sonnenbrille in der nächsten Ecke stehen zu sehen.
"Ich bin Joseph Adrejewitsch. Ich bin im Auftrag meines Bosses hier. Ich fürchte sie sind vielleicht etwas verwundert das wir sie über ihre Privatnummer angerufen haben."
"Kann man wohl sagen. Woher haben sie meine Nummer und meinen Namen?"
"Nun ja. Mein Boss ist ein ziemlich reicher Mann, der aber inkognito bleiben möchte. Uns schien es das vernünftigste sie über ihr Telefon anzurufen als sich geradezu öffentlich mit ihnen in Verbindung zu setzten."
"Öffentlich? Mein System ist sicher. Kein Unbefugter kann darauf zugreifen. Und überhaupt ist ein Telefonanruf viel leichter abzuhören."
"Nicht mit der uns zur Verfügung stehenden Technik. Wir haben einige ziemlich effektive Geräte zur sicheren Datenübermittlung. Leider gibt es nichts was es uns erlaubt hätte unsere Nachrichten auf ihrem System zu sichern. Unser Feind, und vielleicht auch bald ihrer, ist nicht dumm und will unsere nächsten Schritte herausfinden."
"Wer ist den dieser ominöse Feind?" Michael wusste dass er den Namen des Chefs nicht erfahren würde und konzentrierte sich stattdessen auf seinen potenziellen Widersacher. Dieser Auftrag schien interessant zu werden.
"Ein Krimineller mit dem Namen Victor Killsharo. Er ist ein mächtiger Unterweltboss, der es auf meinen Auftraggeber, nennen wir ihn jetzt einfach mal Smith, abgesehen hat. Da sie als sehr zuverlässig in solchen Dingen gelten, haben wir an sie gedacht um dieses Problem zu lösen. Wir möchten das sie Killsharo exekutieren. Würden sie solch einen Auftrag übernehmen?"
Der Anzugträger sprach ohne eine Gefühlsregung in seiner Stimme. Sämtliche Alarmglocken in Michaels Kopf liefen auf Hochtouren. Ein Geschäftsmann will einen Kriminellen ausschalten. Das klingt ja wie in einem Hollywoodfilm. Vielleicht ist dieser Mr. Smith auch ein Krimineller? Nein. Wenn dann könnte er ja auch seine eigenen Killer losschicken. Fragen über Fragen. Zeit ein paar Antworten zu bekommen.
"Warum will dieser Killsharo ihren Boss umbringen?"
"Mr. Smith ist ein reicher Mann mit einem gut gehenden Elektronikunternehmen. Aus naheliegenden Gründen brauchen sie den Namen des Unternehmens nicht zu wissen. Dieser Killsharo wollte die Produktion eindämmen, da wir uns hauptsächlich auf Sicherheitstechnik spezialisiert haben. Außerdem wollte er ein paar Codes von den Alarmanlagen unserer Kunden. Wir haben ihm diese Auskünfte natürlich verweigert. Daraufhin hat er meinem Chef bedroht und sogar schon eine Gruppe von Killern losgeschickt die aber zum Glück von
Mr. Smiths Bodyguards aufgehalten werden konnten. Damit mein Chef wieder sicher ist, gibt es nur die Möglichkeit Killsharo zu töten."
"Warum verständigen sie nicht die Polizei? Sie könnten ihn doch verhaften, wenn er schon einen Anschlag auf sie verübt hat."
"Erst mal fehlen uns die Beweise. Aber auch mit guten Beweisen wäre es fragwürdig ob er verurteilt wird. Kein Geschworener oder Richter möchte seinen Zorn auf sich ziehen. Und auch wenn der unwahrscheinliche Fall eintritt und er verurteilt wird, kann er immer noch seine Killer auf uns ansetzten. Zurzeit sind wir bemüht das er nicht herausfindet was wir vorhaben. Mein Chef hat sich an einem sicheren Ort begeben, will aber verständlicherweise nicht ewig dort bleiben."
"Nun gut. Aber warum haben sie mich ausgesucht? Es gibt doch viel erfahrene Leute bei Exekutionen. Ich bin eigentlich kein Spezialst auf diesem Gebiet."
"Sie haben den Ruf das sie ihre Aufträge immer mit großer Sorgfalt und unter absoluter Geheimhaltung ausführen. Es wäre nicht gut, wenn so etwas an die Öffentlichkeit kommt. Das Attentat konnten wir noch geheim halten, aber wenn auch nur ein kleines Wort über solch eine Vereinbarung verlautet, kann mein Chef einpacken. Außerdem gelten sie als außerordentlich kompetenter Kämpfer der auch gute Verbindungen zu den entsprechenden Söldnern hat, die sie als Unterstützung brauchen werden."
"Dass sein Boss noch eine kleine Rechnung mit diesem Mann offen hatte brauchte er ihm ja nicht zu sagen. Er würde es schon früh genug bemerken." Lächelte Joseph in sich hinein.
"Sie würden vollkommene Handlungsfreiheit und ein fürstliches Honorar von 50.000 Dollar pro Woche bekommen. Sämtliche Spesen gehen auf unsere Kosten. Sie könnten auch in einem 5 Sternehotel wohnen, wenn es der Erfüllung des Auftrags zugute kommt oder sie es wünschen. Außerdem können wir sie über ein paar gute Freunde und Kunden mit allen Waffen versorgen die sie brauchen oder wünschen. Also, übernehmen sie den Auftrag?"
"Ich werde es mir überlegen und ihre Angaben überprüfen. Exekutionen sind eigentlich nicht mein Stil und die ganze Sache sieht mir auch nicht ganz koscher aus."
"Denken sie in Ruhe darüber nach und informieren sie mich dann. Hier ist meine persönliche Telefonnummer. Sie können mich rund um die Uhr anrufen. Um so schneller die ganze Angelegenheit über die Bühne geht umso besser. Killsharo ist sehr gefährlich und überwacht mich vielleicht. Er wird auch alles tun damit er geschützt ist." Dass er der Entscheidung ein wenig nachhelfen würde war eine andere Sache.

Der Mann namens Joseph stand auf und ging schnellen Schrittes und sich immer wieder umblickend aus dem Restaurant. Als er draußen war brauchte er nur ein paar Sekunden zu warten. Ein Auto fuhr vor und hielt direkt vor ihm. Er stieg ein und der Wagen reihte sich in den Verkehr ein. Nach dem sie losgefahren waren zog Joseph ein Handy aus seiner Tasche. "Schicken sie das Team los."

Michael war die Sache nicht geheuer. Aber 50.000 pro Woche waren eine Menge Cash. Er hatte noch nie solch ein Gehalt angeboten bekommen. Seine inneren Stimmen stritten sich darüber was er tun sollte. Die eine Stimme meldete sich und meinte zu ihm das er den Auftrag annehmen und endlich seine Schulden bezahlen sollte. Die andere meinte das er lieber die Finger von der ganzen Sache lassen sollte. Er nahm die Karte, die der Mann hinterlassen hatte in die Hand und schaute sie sich genauer an. "Joseph Adrejewitsch, Sicherheitsexperte" stand darauf. Dann noch eine private Handynummer. Kein Firmenname oder eine Adresse. Plötzlich schaltete sich eine weitere Stimme in seinem Kopf ein, die ihm riet schnellsten von hier zu verschwinden. "Killsharo wird alles tun damit er geschützt ist." Plötzlich spürte er eine Bedrohung. Der Schweiß lief ihm den Rücken hinunter und hinterließ ein unangenehmes Gefühl. Wenn Killsharo ihn verfolgte wollte er vielleicht verhindern das er diesen Auftrag überhaupt übernahm? Er steckte den Zettel ein und wollte gerade aufstehen als die Tür des Restaurant explodierte und der Oberkellner, der direkt neben der Tür stand, wurde von der Wucht des auf ihn gerichteten Explosionsstrahls einfach zerrissen. Sein Rumpf verschwand vollkommen, so das seine blutigen Beinstümpfe umfielen, sein Kopf einige Meter weit flog und dann mit einem Geräusch auf dem Boden aufkam das einem den Magen umdrehen konnte. Die leblosen Augen waren wie anklagend auf die Tür gerichtet. Der Blut- und Knochenregen reichte bis zu Michaels Tisch. Reflexartig sprang Michael auf und riss die Sig Sauer aus seinem Hohlster. Die Angreifer stürmten durch die Überreste der Tür und nahmen mit ihren Maschinenpistolen sofort alles unter Feuer was sich bewegte. Michael reagierte blitzartig und warf sich hinter den Klavierflügel der neben seinem Tisch stand. Die Wand dahinter wurde sofort von Kugeln perforiert und der Putz bröckelte ab. Andere Restaurantbesucher hatten nicht so viel Glück. Er sah einen der Besucher wie er von mindestens 3 Angreifern gleichzeitig beschossen wurde. Die Kugeln bohrten sich tief in seinen Körper und zerfetzten seine Organe. Einige Kugeln durchschlugen seinen Körper und hinterließen in der Luft blutige Streifen, die dann wie ein Strahl Wasser auf dem Boden aufkamen und den Teppich mit hellem arteriellen Blut tränkten. Er hörte die Todesschreie der anderen Gäste, die unter dem schrecklichen Dauerfeuer der Schnellfeuerwaffen zusammenbrachen. Einer der vermummten Gestalten kam in sein Sichtfeld und wollte auf ihn anlegen. Michael fuhr herum und feuerte 3 Schüsse auf ihn ab. Die Vollmantelgeschosse rissen ihm ein Stück Fleisch aus dem Arm und zerfetzten ihm den Hals und ließen das Fenster hinter dem Angreifer zersplittern als eines der Projektile daneben ging. Der Angreifer brach röchelnd zusammen. Die Schüsse lösten sofort ein Stakkato von Kugeln aus, der die Abdeckplatte des Klaviers in einen Splitterregen verwandelte. Michael feuerte sein restliches Magazin ungefähr in die Richtung in der er den Gegner vermutete. Ein Aufschrei bestätigte einen Treffer. Während er sich hastig nach einem Ausgang umsah, ließ er das Magazin aus seiner Waffe fallen und rammte noch während es in der Luft war ein neues in seine Pistole. Er machte sich keine Illusionen. Der Feind war ihm zahlenmäßig und in der Bewaffnung weit überlegen. Wenn er hier noch weiter herumhockte, würden die Angreifer ihn wahrscheinlich in Nullkomma nichts einkreisen und ausschalten. Die anderen Gäste des Restaurants waren wahrscheinlich schon tot und er konnte sich auf seine eigene Flucht konzentrieren. Ungefähr 10 Meter weiter führte eine Schwingtür zur Küche. Das war wahrscheinlich seine einzige Chance hier lebend rauszukommen. Aber 10 Meter waren unter Feindbeschuss eine verdammt weite Strecke. Er musste sie irgendwie ablenken, sonst würde er keine 2 Schritte weit kommen. Da kamen auch schon 2 Feinde in einem Zangenangriff. Michael feuerte sofort auf den linken. Während sein Kamerad zu Boden ging, legte der andere Angreifer auch schon an und schoss eine Salve auf Michael. Aber Michael wäre nicht Helldragon, wenn er nicht schon längst reagiert hätte. Während der beschossene Angreifer noch zusammen brach wirbelte der Höllendrache auch schon herum und sprang aus der Drehung heraus in eine Sitzgruppe. Das Klavier wurde an der Stelle, wo er gerade eben noch gesessen hatte von den Kugeln getroffen und grosse Trümmerstücke herausgerissen. Seine Sig Sauer spuckte während des Fluges unaufhörlich Feuer, die Flugbahn der Kugeln bildeten eine tödliche Falle, aus der es für den schwarz vermummten Angreifer kein Entkommen gab. Der ungeschützte Körper wurde von den 9 mm Kugeln mehrmals getroffen während die Wand hinter ihm in eine Kraterlandschaft verwandelt wurde. Michael landete in den Polstern der Sitzgruppe und sprang sofort wieder auf. Er rannte so schnell er nur irgendwie konnte auf die Tür zu. Die Zeit verging wie in Zeitlupe. Sein altes Magazin wurde seiner Halterung beraubt und fiel auf den Boden. Das neue Magazin wurde aus der Tasche gefischt und rastete klackend in den schwarzen Griff der Waffe ein. Das Feuer der MPs zeriss die Luft und ließ die Umgebung um ihn herum in Trümmern aufgehen. Ein brennender Schmerz raste über seinen Rücken und ließ sein Blut aufspritzen. Ein Tisch stand als einzige Deckung zur Verfügung. Mit einem Satz hechtete er auf ihn zu und fiel genau auf die Kante. Das Gleichgewicht des Tisches verlagerte sich auf die Seite und der Tisch kippte um. Die Holzplatte wurde sofort von zahlreichen Geschossen getroffen und man hörte wie das Holz splitterte. Ungefähr 2 Meter weiter lag einer der Gäste aus zahlreichen Wunden blutend in seinem Essen.
"Ich glaube er würde mich verstehen, wenn er noch leben täte."
In einer Feuerpause lief er so schnell er konnte los und sprang dann auf den Tisch. Während er sich abrollte fasste er mit der freien Hand den Toten am Arm und riss ihn mit sich. Die Leiche als Kugelfang benutzend rannte er weiter. Der tote Körper vibrierte von den Einschlägen und Blut und Fleisch spritzte heraus. Aber er hielt den Kugeln stand. Er ließ seine "Geisel" los und stürmte in die Küche rein. Sie war vollkommen leergefegt. Die Köche waren wohl beim ersten Anzeichen von Gefahr geflüchtet. Aber wohin? Es gab nur den Notausgang im hinteren Teil der Küche. Mit seiner Pistole im Anschlag und sich immer wieder nach Verfolgern umschauend arbeitete Michael sich auf die Tür zu. Es könnten ja noch ein paar dieser Typen hier lauern. Aber es war niemand hier und es verfolgte ihn auch niemand.
"Haben die den Schwanz eingezogen oder was? Bin ich denen nicht wichtig genug?"
Das ihn niemand verfolgte irritierte ihn. Vorhin waren sie noch ganz heiß darauf ihn zu töten und jetzt? Oder sie warteten draußen. Vorsichtig näherte er sich der Tür und spähte durch das Sichtfenster hinaus. Es war niemand zu sehen. Er riss die Tür auf und rollte sich hinaus.
Keiner da! Da kam ihm komisch vor, aber jetzt hieß es erst mal sich nicht von der Polizei schnappen zu lassen. Der Streifschuss auf seinem Rücken brannte wie Feuer und machte jede Bewegung zur Qual. Die Kugel hatte die Kevlarweste angeritzt und einen langen Streifen Haut mit sich genommen. Michael versuchte den Schmerz zu unterdrücken und hing sich trotz der Wärme seine Jacke über damit man den Striemen nicht sah. Die Pistole wieder in das Hohlster gesteckt, ging er auf die Strasse. Vor der zerschmetterten Tür war nichts mehr zu sehen. An ein paar schwarzen Reifenspuren, konnte man erkennen das ein großes Auto ziemlich schnell abgefahren war. Von weitem hörte er schon die Sirenen der Polizeiautos. Michael drängte sich durch die Schaulustigen die in einiger Entfernung standen und verschwand in der Menge. Ein paar Blocks weiter konnte er sicher sein das er etwaige Verfolger abgeschüttelt hatte. Er nahm sich ein Taxi und fuhr zu seinem Apartment. In seiner Wohnung verband und desinfizierte er die Wunde auf seinem Rücken und versuchte die Vorgänge zu rekapitulieren. Dieser Russe namens Joseph hatte gesagt das Killsharo eine Einmischung seinerseits verhindern würde. Tja, da hatte Killsharo sich aber verrechnet. Man legt sich nicht ungestraft mit Michael "Helldragon" Mattison an. Jetzt würde er diesem Gangster aber extrem kräftig in den Arsch treten. Er rief Joseph unter der angegeben Nummer an. Joseph sagte ihm dann das sämtliche Unterlagen und auch eine Vollmacht über ein Konto mit 500.000 Dollar in einem Postfach legen. Den Schlüssel für das Postfach würde er in 20 Minuten bekommen. Er sollte einfach in seiner Wohnung warten.
Michael nutzte die Zeit und studierte mal sein Waffenlager. Da fiel ihm wieder ein das er seine Waffen ja zu seinem Freund Sal Metterson gebracht hatte. Sal, Spitzname Reaktor weil, er immer so aufbrausend war, war der beste Techniker den Michael kannte. Sal konnte wahrscheinlich aus einem Rasenmäher ein neues Trommelmagazin bauen und aus dem Rest einen Mixer für seinen Lieblingskaffee. "Ich werde dann am besten gleich mal zu Sal fahren um die paar Sachen abzuholen. Aber jetzt erst mal duschen. Das habe ich mir verdient.", Dachte Helldragon bei sich.

Joseph war zufrieden. Dieser Söldner Helldragon hatte den Köder geschluckt und würde jetzt diesen Verräter Killsharo ausschalten. Da das Team so oder so nur aus jungen Rekruten zusammengesetzt war, konnte man die Verluste leicht verkraften. Er würde Nr. 1 jetzt erst mal Bericht erstatten und dann konnte man warten, bis dieser Einfaltspinsel seine Arbeit tat. Manchmal fand er seine Arbeit fast zu einfach.

Erfrischt und bester Laune trat Michael summend aus der Dusche. Im Spiegel begutachtete er kurz seine großen Muskelpakete und zog sich dann frische Sachen an. Der Botenjunge kam 5 Minuten später und übergab ihm ein Päckchen mit einem Schlüssel und einem Zettel mit Anweisungen. Die Unterlagen lagen in einem Schließfach am Bahnhof. "Am besten ich geh gleich mal los. Um die ganzen Recherchen kann ich mich nachher kümmern." Er nahm seinen Jeep, den er in einem Laden für Armeezubehör erstanden hatte, und fuhr zum Bahnhof. Während der Fahrt ging ihm dieser Überfall beim Restaurant nicht aus dem Sinn. Das Killerkommando hatte von ihm abgelassen, obwohl sie scheinbar nur wegen ihm gekommen waren. Es war auch kein besonders gut ausgebildetes Team. Sie hatten ihn auf dem Weg zur Küchentür in aller Ruhe aufs Korn nehmen können. Aber er hatte von dem ganzen Spektakel gerade mal einen blutigen Rücken davongetragen. Sie hatten einfach nur draufgehalten. Das zeugte eigentlich von Stümperei. Aber wenn sie ihn wirklich töten wollten, hätten sie das ganze besser planen und ausführen müssen. Sie hätten doch wissen müssen das es eine Hintertür gab. Die ganze Aktion war schlecht geplant und schlecht ausgeführt. Extrem brutal zwar aber doch schlampig. Hatte dieser Killsharo keine erfahrenen Killer oder dachte er so eine Aktion bringe ihm Respekt? Man hätte mich doch einfacher ausschalten können. Ein Gast mit einer schallgedämpften Waffe hätte mich viel einfacher ausschalten können. Oder einfach mitten auf dem Gehweg. Da waren die Fluchtchancen noch um einiges größer.
Da dämmerte es Michael plötzlich. Killsharo wollte ihn nicht unbedingt ausschalten. Das war nur eine Warnung. Vielleicht war das Restaurant so oder so auf der Abschussliste gewesen und seine Anwesenheit war nur ein kleiner Bonus. Er wollte ihm einfach nur einen Schrecken einjagen. Und wenn er dabei draufgegangen wäre, war das noch ein wenig besser. Zum Glück war sein Verbindungsmann schon weggegangen. Wenn dieser Joseph auch noch im Raum gewesen wäre, hätte er seinen jetzigen Geldgeber wohl von den Wänden abkratzen können. Aber jetzt hatte Killsharo bestimmt schon erfahren das er den Auftrag angenommen hatte. Er wurde bestimmt schon gejagt. Was, wenn der Botenjungen einer von ihnen gewesen war? Er hätte ja das Päckchen fingieren können. Nein! Dann hätte er auch eine Bombe nehmen können, anstatt mich hier zu ermorden. Aber ein überfüllter Bahnhof war auch nicht gerade der sicherste Ort der Welt. Zu viele Menschen auf engem Raum waren nie gut. Es könnte sich ganz leicht ein Killer unter ihnen befinden und ihn von hinten abknallen oder niederstechen. Michael stieg aus seinem, von ihm persönlich, schwarzlackierten Wagen aus und ging schnellen Schrittes in den Bahnhof. Die Halle war wie erwartet sehr voll. Überall drängten sich die Leute aneinander und rempelten sich gegenseitig an. Michael liebte die Großstadt. Er war gerne in einer Menschenmenge. Unwillkürlich musste er an seinen Freund Sandmann denken der fremde Menschen geradezu hasste. Nein, hassen war nicht das richtige Wort. Er kam einfach nicht mit ihnen aus. Na ja, die Menschen kamen mit diesem Kuriosum auch nicht gerade gut aus. Aber er war ein sehr netter Kerl, der trotz seiner Ansichten und seines irgendwie naiv, brutalen Aussehens sanft wie ein Lamm sein konnte. Ob er für diesen Auftrag zu gebrauchen war? Erst mal musste Michael herausfinden wo dieser Gangsterboss zu finden war. Dann konnte er über die geeigneten Leute entscheiden. Er drängte sich durch die Menschenmenge, auf die Schließfächer zu. Mit dem einen Auge immer die Menschenmenge beobachtend zog er den Schlüssel aus der Tasche und schloss das Schloss auf. In dem Metallbehälter stand ein Aktenkoffer. Er nahm ihn an sich und untersuchte ihn gerade auf Fallen, als ihm mit einem Mal einfiel dass er seine Umgebung aus den Augen verloren hatte. Er wollte sich gerade umdrehen als sich ein harter, spitzer Gegenstand in seinen Rücken bohrte. Er hörte eine tiefe Stimme hinter sich.
"Ganz ruhig Kleiner! Stell keine Fragen und Schrei auch nicht, sonst geht es dir schlecht. Stell jetzt mal schnell die Sachen auf den Boden und wir gehen zusammen auf die Toilette." Michael stellte den Koffer neben sich auf den Boden. Sein Hintermann schien sehr groß zu sein. Seine Stimme ertönte ungefähr 15 cm über Michaels Kopf. Langsam setzte er sich in Richtung Toiletten in Bewegung. Er konnte nichts tun, bevor er nicht seinen Widersacher einschätzten konnte. Außerdem, wer sagt denn das er alleine ist. Auf der Toilette würde es wesentlich einfacher werden. Der Mann hatte den Koffer aufgenommen und ging hinter ihm her. Der Killer öffnete ihm bei der Toilette die Tür und blickte ihn herausfordernd an. Er sah aus wie einer dieser Penner die in Bahnhöfen an jeder Ecke zu finden waren. Der Riese war bestimmt 2 Meter groß. Er trug eine dreckige alte Jacke und eine noch dreckigere blaue Jeans. Das Messer hatte er in seiner Tasche verborgen. Michael merkte sofort, dass das nur ein normaler Straßenräuber war der sich das falsche Opfer ausgesucht hatte. Aber hier in der Menschenmenge würde ein Kampf zuviel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Also ging er erst mal in den stinkenden mit dreckigen Kloschüsseln und Pissbecken ausgestatteten Raum. Die Ecken des Klos waren bestimmt schon seit Jahren nicht mehr mit Reinigungsmittel in Berührung gekommen und hatten eine charakteristische gelbe Schicht gebildet die wohl in allen öffentlichen Toiletten zu finden war. Der Mann schubste ihn vorwärts und schloss dann die Tür.
"Na Kleiner! Willst wohl ein bisschen Knete abholen was?"

Carlos war schon seit jeher ein Pechvogel gewesen. Aber heute schien es das Schicksal gut mit ihm zu meinen. Dieser Typ wollte bestimmt eine Geldlieferung für jemanden abholen. Das hatte Carlos mal in einem Film gesehen. Und da war der Typ von der Mafia gewesen. Das mit den Sprüchen hatte er auch aus diesem Film. Aber die Mafia würde ihn überhaupt nicht erst kriegen. Das hatten sie in diesem Film auch gezeigt. Fernsehen war wirklich was Schönes. Unwillkürlich musste er lächeln. Jetzt würde er diesen Kurier umbringen und dann mit dem Geld verschwinden. Er hob sein Messer und ging auf seinen Gegenüber zu. Der Kurier hob abwehrend die Hand und sagte ihm dass man noch mal über alles reden könne. "Wozu reden?" Fragte Caros und trieb seine Klinge vor. Aber an der Stelle wo der Mann eben noch gestanden hatte war nichts mehr. Aus den Augenwinkeln nahm er eine verschwommene Bewegung war und spürte plötzlich einen heftigen Schlag an seinen Beinen. Er wirbelte durch die Luft und knallte hart mit dem Hinterkopf auf den gefliesten Boden. Er schwenkte die Arme wild in der Luft um den anderen Mann an weiteren Maßnahmen zu hindern. Ein Widerstand an seinem Arm ließ ihn innehalten, der Kurier hielt seinen Arm fest.

Der Penner lag am Boden und schlug wie wild um sich. Michael ergriff einen der Arme und hielt ihn fest um mit der anderen Faust zuzuschlagen. Aber da kam auch schon eine andere Faust aus dem Nichts und traf ihn an der Schulter. Ein Dampfhammer hätte nicht stärker sein können als dieser Schlag. Michael wurde zur Seite geschleudert und schlitterte ein Stück über den Boden. Ekelhaft worüber er rutschte. Seine Klamotten konnte er wohl vergessen. Auch der Verband verrutschte von dem Sturz und die Unebenheiten der Fliesen rieben schmerzhaft über das offene Fleisch. Der Riese richtete sich zeitgleich mit ihm auf und schien erst mal etwas verwirrt zu sein. Er ging einen Schritt zur Seite und wollte sein Messer aufheben. Diesen Moment der Unachtsamkeit nutzte Michael und sprang vor. Seine Faust grub sich in den Solar Plexus und der Penner stieß pfeifend die Luft aus seinen Lungen. Mit einem Tritt in die Weichteile startete er den Weg seines Gegners nach unten und rammte dem zusammenklappenden Körper sein Knie ins Gesicht, was ihn endgültig ins Reich der Träume schickte. Eine kleine Blutlache bildete sich um seinen Kopf und stammte wohl von seiner gebrochenen Nase. Michael kümmerte sich nicht darum und richtete erst mal seinen Verband wieder her. Das musste sich wohl doch noch mal ein richtiger Arzt anschauen. Er nahm den Aktenkoffer aus der Toilette und ging zu seinem Wagen. In seiner Wohnung angekommen, öffnete Michael den Koffer und studierte den Inhalt. Ein umfangreiches Dosier über Victor Killsharo sowie eine Vollmacht über ein Schweizerbankkonto lag darin. Michael nahm sich erstein mal das Dosier vor. Killsharo war ein Syndikatsboss der seine schmutzigen Finger überall drin hatte. Anscheinend hatte er viele Feinde und hatte seine Villa, sein bevorzugter Aufenthaltsort, zu einer waren Festung ausgebaut. Es war sehr fraglich ob man ihn überhaupt einmal außerhalb seiner Villa sehen konnte. Er besaß allerdings noch eine sehr grosse Farm die er meist während des Sommers eine längere Zeit besuchte. Diese Farm war wegen ihrer Weitläufigkeit nicht so gut zu bewachen wie die Villa. Killsharo ging so gut wie nie vor die Tür. Ein Anschlag bei einem Spaziergang schied also schon mal aus. Eine Luftaufnahme der Villa zeigte Stacheldraht besetzte, 5 Meter hohe Mauern und massenweise Wachposten. Das ganze erinnerte wirklich sehr an eine Festung. Die besten Möglichkeiten schien die Farm zu bieten, die mehrere Quadratkilometer umfasste und viele Deckungsmöglichkeiten versprach. Aber auch hier war das Haupthaus wieder wie eine Festung ausgebaut und ebenfalls riesig. Diese Mission würde auf jeden Fall ziemlich schwierig werden. Er ging zu seine Laptop und schickte einige E-Mails los. Es wurde Zeit sein Team zusammen zustellen und sich weitere Informationen zu besorgen.


Von Shadow-of-Death


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2.Teil: Die Söldner-->

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