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Jagged Alliance 2 Basis ( Ja2 )
Biographien --> Lynx


Lynx`s Leben:


Lynx Wütend warf Rudy Roberts, auch bekannt als Lynx, die Wohnungstür zu und ging laut die Treppe herunter. Die neugierige Nachbarin, die immer über alles Bescheid wissen wollte und deshalb natürlich lauschend auf dem Flur stand, wollte sich schon über die Lautstärke beschweren. Als sie jedoch Rudys Gesicht sah, hielt sie ihre eigene Sicherheit aber für wichtiger als irgendwelche Lärmvorschriften, und war froh, daß Rudy Roberts wortlos aber ziemlich wütend an ihr vorbeiging.

Auch auf der Straße änderte sich Rudys Stimmung nicht. Im Gegenteil: Als er den nieselnden Regen spürte, verwünschte er den Tag, an dem überhaupt nichts klappte. Nicht nur, daß er sich gerade mit Louisa "Buzz" Garneau, seiner Freundin - besser gesagt seiner Ex-Freundin - zerstritten hatte, und das vermutlich für immer; jetzt war auch noch das Wetter gegen ihn, während sein Auto zu Hause stand und es in diesem verfluchten Vorort kaum Bushaltestellen gab.

Während Lynx daher durch den stärker werdenden Regen zur nächsten Busstation stapfte, überlegte er, wie es überhaupt soweit gekommen war. Anstatt aber direkt bei der aktuellen Situation anzufangen, ertappte sich Lynx, wie er immer wieder an die guten alten Zeiten dachte, in denen alles perfekt verlief:
Seine Zeit in der Grundschule, in der er natürlich der Beste war und - natürlich - auf jedes Problem eine Lösung wußte. Seine Eltern, die alles für ihn und seine Zukunft taten und für deren Unterstützung er sich mit Bestnoten in der Schule bedankt hatte. Auch als er später zum Militär ging, erlangte er durch seine gute Auffassungsgabe schnell Erfolge und einen angemessenen Respekt. Aber auch das war kein großes Wunder; schließlich hatte ihn sein Vater, ein hochdekorierter Berufssoldat und Vorstandsmitglied im örtlichen Schützenverein, auf alles vorbereitet und ihm zudem das Schießen beigebracht.
Nach dem dritten Jahr beim Militär, lief es für Rudy sogar so gut, daß er ein Stipendium für ein Studium an einer der Militärakademien annahm, das man ihm angeboten hatte.
In dieser Zeit bewies Rudy Roberts wieder einmal seine Leistungsfähigkeit, indem er erneut Bestnoten erreichte und sein Diplom als Elektrotechniker mit Auszeichnung bestand.
Nach seiner Rückkehr zum Militär ließ sich Rudy schließlich für Spezialeinsätze ausbilden, woraufhin er später mit großem Erfolg als Elektronikspezialist an verschiedenen Einsätzen teilnehmen durfte. Nach einem Einsatz, bei dem sein Team fast von gegnerischen Truppen aufgerieben wurde, entschied sich Rudy außerdem dazu, seine Schießkünste, sowie seine Eignung für Nachteinsätze zu verbessern, um sich in Zukunft solche Mißerfolge zu ersparen.
Nach einigen Monaten war es schließlich soweit: Rudy Roberts wurde als Elektronik- und Nachteinsatzspezialist der erste Einsatz als Teamführer übertragen, und dank Rudys Talent wurde der Einsatz zur vollsten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten erledigt, was Rudy Roberts eine Beförderung zum Leutnant und aufgrund seiner Gewandtheit und Zielsicherheit den Namen Lynx einbrachte. Nach diesem Einsatz folgten noch viele weitere in Krisengebieten, die Roberts alle erfolgreich beendete.
Mit der Zeit wurden die Einsätze für Roberts allerdings derart zur Routine, daß er sich schließlich nach langem Überlegen entschloß, die Armee zu verlassen und sich neuen Aufgaben zu widmen. Unnötig zu erwähnen, daß seine Eltern, insbesondere sein Vater als Offizier, nicht gerade froh über diese Entscheidung waren. War die Armee doch ein sicherer Arbeitgeber und Rudy dank seiner Qualifikationen auf dem besten Wege zu einer großen Karriere beim Militär. Nachdem er sich aber mit seinen Eltern zusammengesetzt und seine Beweggründe erklärt hatte, verstanden sie seine Handlungsweise und unterstützten ihn ebenso wie vorher.

Der Anblick einer Haltestelle weckte Rudy aus seinen Erinnerungen. Schnell lief er auf das Wartehäuschen zu und setzte sich auf einen der freien Plätze, während weit und breit kein Mensch zu sehen war.
Als er schließlich etwas trockener geworden war, widmete sich Rudy dem Fahrplan, um sofort darauf einen Fluch auszustoßen:
"Verdammter Fahrplan! Müssen die Busse denn nur jede Stunde kommen!" Kurz darauf besserte sich seine Stimmung allerdings erheblich, da er einen nähernden Bus sah und Hoffnung sah, daß der Fahrplan wohl überholt sei. Wenig später verfluchte er seine Situation aber wieder, da an dem näherkommenden Bus eine nun unübersehbare Schrift zu lesen war: "Werkstattfahrt". "Heute klappt aber wirklich nichts", war Rudys nächster Gedanke, ehe er sich wieder setzte. Die Überlegung, ein Taxi zu rufen, verwarf er nach kurzer Zeit wieder, da er erstens kein Handy hatte, zweitens es in der Nähe auch keinen Taxiruf gab und drittens sowieso kein Taxi in diesen abgeschiedenen Vorort kommen würde - schon gar nicht bei diesem Wetter.

Während er es sich daher so gut es eben ging bequem machte, blickte er wieder zurück in die Vergangenheit, wo er vorher in seinen Gedanken abgebrochen hatte:
Nachdem er seinen ehrenvollen Abschied von der Armee genommen hatte, nahm sich Rudy zunächst etwas Zeit und reiste in der Welt herum, wobei er sich besonders für die Jagd begeisterte und gerade das Aufspüren der seltensten Tiere zu seinem Hobby machte. Auch hier bewährte sich Lynx, dem die Jagd auf die Tiere wichtiger war, als das Töten. Nach dieser Devise handelte er auch als er in einem Naturschutzgebiet der afrikanischen Savanne von einer Bande Wilddiebe als Fährtensucher eingesetzt worden war: Nachdem die Bande, die ihn als Führer für eine Fotosafari angeworben hatte, ihr wahres Gesicht gezeigt hatte und ihn als unliebsamen Zeugen in den Weiten der Savanne zurücklassen wollten, war dies der letzte Fehler, den sie machen konnten. Kurz nachdem sie Rudy mit Waffengewalt gezwungen hatten, aus dem Jeep auszusteigen, lagen sie schreiend mit durchschossenen Armen und Beinen am Boden. Noch etwas später erbarmte sich schließlich ein von Rudy gerufener Arzt ihrer Wunden. Zu ihrem Unglück war dies allerdings der Militärarzt einer Einheit, die für den Schutz des Gebietes vor Wilderen eingesetzt war. Somit brachte der Jagdausflug den Wilderen am Ende statt der erhofften Elefantenstoßzähne und Raubtierfelle eine Anzeige mit anschließender Verurteilung zu langjährigen Haftstrafen einbrachte.

Wieder unterbrach Rudy Roberts seinen Gedankengang, als sich ein Bus, diesmal aber der richtige, näherte. Er stieg ein, löste ein Fahrticket in den nächsten Bezirk Richtung Innenstadt und setzte sich. Anschließend verfiel er wieder in Gedanken über seine Vergangenheit.

Er erinnerte sich, wie er nach seiner Weltreise für einige Zeit in einem Schützenklub seiner Heimatstadt als Schießlehrer gearbeitet hatte, um zu entspannen und die nächsten Schritte für die Zukunft zu überlegen.
Irgendwann, in einer seiner Mittagspausen, entdeckte Rudy in einem Söldnermagazin, das ein Vereinsmitglied namens Ice liegengelassen hatte. Beim Durchblättern entdeckte Rudy die Anzeige einer damals noch relativ unbekannten Söldneragentur namens A.I.M., die, gerade gegründet, ihre Dienste auf dem Gebiet der weniger gewaltfreien Problemlösung für Regierungen und ähnliche Organisationen oder Einzelpersonen anbot. Als Rudy bei genaueren Erkundigungen zudem erfuhr, daß die Agentur noch fähige Söldner suchte und er zudem eine neue Aufgabe suchte, die ihn wirklich forderte, bewarb er sich zunächst schriftlich um eine Stelle. Nachdem Rudy schließlich einen Brief zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurde, erschien er zum vereinbarten Termin und wurde dank seiner guten Referenzen, sowie der Fürsprache von Ice, der schon länger für A.I.M. arbeitete, sofort aufgenommen. Einige Monate später folgten schließlich erste kleinere Einsätze, in denen Lynx, wie Rudy nun genannt wurde, seine Qualität unter Beweis stellte.

Der Bus hielt wieder an und die wenigen Leute im Bus stiegen aus. Lediglich Rudy blieb als einziger in Gedanken versunken sitzen. Als er endlich bemerkte, daß er seine Haltestelle verpaßt hatte, war es schon zu spät. Der Bus hatte bereits die nächste Ampel passiert und befand sich auf dem Weg Richtung Innenstadt; einem Weg, auf dem es erst nach gut zwei Kilometern die nächste Haltestelle gab, die noch dazu in einer der schlechteren Gegenden der Stadt lag. Anstatt aber jetzt wie vorher zu fluchen, ergab sich Rudy in sein Schicksal getreu dem Motto: "Schlimmer kann es zum Glück nicht mehr werden."
Wie sehr man sich doch täuschen kann. Nichts an diesem Tag war zu schlecht, um nicht noch schlechter zu werden. Dieser Tag war perfekt für Pessimisten, die ihre negativen Befürchtungen bestätigt sehen wollen. Und so kam es auch, daß Rudy Roberts gerade als er aus dem Bus aussteigen wollte, das nächste Unglück ereilte.
Besagtes Unglück hatte die Gestalt einer kleinen Gang, die es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht hatte, hilflosen Passanten und anderen in diesem Bezirk gestrandeten Personen sicher durch den Stadtteil zu helfen. Unnötig zu erwähnen, daß sie dafür natürlich eine Belohnung forderten, die in der Regel in den Habseligkeiten ihrer Opfer bestand, womit geklärt wäre, wer eigentlich vor wem geschützt werden mußte. In Rudys Fall war die Lage allerdings noch eindeutiger, den der A.I.M. Mitarbeiter wußte nur zu gut, wie man mit solchen "hilfreichen" Jugendlichen umgehen muß. Auch konnte man wenig später lautes Sirenengeheul der Polizei hören, die der Busfahrer gerufen hatte.
Als die Polizisten aber den Ort des Überfalls erreichten, sahen sie statt einer hilflosen Person, die vor einer kleinen Gang floh, mehrere leicht bis mittelschwer verletzte Jugendliche, die vor einem einzelnen Erwachsenen davonliefen. Obgleich die Polizisten zunächst verdutzt waren, nahmen sie sich schnell der flüchtenden Gang an. Nachdem schließlich alle Beteiligten und Zeugen des erpresserischen Überfalls beisammen waren, wurde der Bericht des Busfahrers aufgenommen, während die anderen Personen, Rudy Roberts eingeschlossen, mit zur nächsten Wache genommen wurden. Dort wurde nach endloser Wartezeit endlich der Ablauf geklärt, worauf Rudy Roberts wegen erwiesener Notwehr ohne weitere Folgen nach Hause gehen konnte, während die Gang die Nacht in Polizeigewahrsam verbringen durfte.

Auf dem Heimweg ließ Rudy die Erlebnisse der letzten Stunden noch einmal vor seinem Auge ablaufen und als er sich das Gesicht eines der Jugendlichen in Erinnerung rief, mußte er wieder an seinen ersten großen Einsatz denken: Damals, als er auf Metavira eingesetzt wurde, um den Richards zu helfen. Und kurz darauf wußte er auch, warum ihm der Jugendliche so bekannt vorgekommen war; er ähnelte Santiago, dem Bandenchef, gegen den er mit anderen A.I.M.-Söldnern auf Metavira gekämpft und gewonnen hatte. Rudy erinnerte sich noch gut an die Mühen und Entbehrungen während der Kämpfe und die Erleichterung, als sie Metavira endlich befreit hatten. Aber das beste, an das er sich erinnern konnte, waren die frohen Gesichter der Kinder, denen mit dem Mittel der Richards geholfen werden konnte.
Gleichzeitig hatten ihm seine Leistungen im Einsatz auch Anerkennung der älteren Söldner und ein höheres Gehalt gebracht, da er sich mehr als erwartet verbessert hatte.
Im Anschluß an Metavira folgten wieder mehrere kleinere Einsätze ohne große Bedeutung, und erst als Gus Tarballs eine Söldnertruppe für den Kampf gegen die DFK aufstellte, gab es für Rudy "Lynx" Roberts die Gelegenheit für einen weiteren großen Einsatz, der ihm zu noch mehr Anerkennung verhalf und ihm den Titel eines erprobten Scharfschützen sicherte.

Rudy stockte in der Erinnerung. Ihm war bewußt, daß er sich jetzt der Zeit näherte, in der er Louisa "Buzz" Garneau kennengelernt hatte.
Während er um eine Ecke bog, dachte er an ihr erstes Treffen: Er hatte Louisa irgendwann im Schützenverein getroffen und sich mit ihr verabredet. Als er ihr nach einigen Treffen schließlich von seiner Arbeit erzählte, hörte sie ihm aufmerksam zu und berichtete dann, daß sie, ebenso wie er vorher, nach einer neuen Arbeit suchen würde. Da Louisa ein gewisses Geschick im Umgang mit automatischen Waffen besaß und auch ansonsten nicht auf den Kopf gefallen war, schlug ihr Rudy die Bewerbung bei A.I.M. vor und unterstützte ihre Aufnahme, woraufhin sie auch angenommen wurde. Während der gemeinsamen Dienstzeit vertiefte sich die Beziehung der beiden, woraufhin sie ihre Freizeit immer öfter gemeinsam verbrachten. Leider aber war Louisa auch ein wenig impulsiv und antiautoritär eingestellt, weshalb es ihr schwerfiel, Kommandos zu akzeptieren; und genau das wurde der Beziehung zwischen Rudy und ihr zum Verhängnis.
Während eines Einsatzes, bei dem übrigens Lynx das Kommando führte, weigerte sich Buzz seinen Befehlen, sich vor einer feindlichen Übermacht zurückzuziehen, zu ghorchen. Statt dessen blieb sie an ihrer Position, zu der sie sich geschlichen hatte, und verschoß ein Magazin nach dem anderen, bis sie keine Munition mehr hatte. Als die Feinde dies schließlich merkten, gingen sie natürlich zum Gegenangriff über, wobei Lousia trotz der Hilfe der anderen Söldner schwer verwundet wurde und der Einsatz auch noch die Verwundung anderer Söldner nach sich zog. Statt jetzt aber endlich ihren Fehler einzusehen, gab sie Lynx die Schuld an ihren Verwundungen, da er ihrer Meinung nach nur hätte angreifen müssen, um sie zu schützen. Eine spätere Analyse der Situation im A.I.M.-Hauptquartier ergab jedoch, daß Lynx richtig gehandelt hatte und die gesamte Operation problemlos verlaufen wäre, wenn sich alle Söldner zunächst zurückgezogen und dann erneut angegriffen hätten.
Obgleich Lynx' Unschuld auf diese Weise bewiesen worden war, weigerte sich Buzz dies zu akzeptieren und schrie Lynx wie wild an. Dieser reagierte nach einer Weile ähnlich, worauf sie sich zunächst im Zorn trennten.

"Das war gestern", dachte Rudy, "wieso versteht sie es denn nicht? Sie kann doch nicht immer im Recht sein!"
Voller Enttäuschung war Lynx jetzt an seiner Wohnungstür angekommen. Er dachte noch einmal an den Morgen, als er sofort zu Louisa gefahren war, um sich zu entschuldigen und um ihr Verständnis zu bitten. Aber Louisa mit ihrem aufbrausenden Temperament war sofort wie eine Furie aufgefahren und hatte ihn mit Vorwürfen überschüttet, so daß er gar nicht hatte ausreden können. Schließlich war sie sogar so ausfallend geworden, daß er wütend gegangen war.
Und jetzt stand er wieder allein vor seiner Wohnung, wußte nicht was er tun sollte. Ihm war lediglich eins klar: "Mit Buzz werde ich NIE WIEDER sprechen oder gar arbeiten!"
Kurz darauf fiel er erschöpft in sein Bett und fragte sich noch einmal, ob es ihn wirklich noch schlimmer hätte treffen können.

Wenn er nur wüßte, was sich in Arulco zusammenbraut.... .

Von Seraph