ja2basis

General
  latest News
  News archive
  Suche
  Shop
  Biographien
  War Stories
  Chat
  Forum
  Best of Forum
  Gästebuch
  Interviews
  Links
  Teds
  Impressum
  Contact

JA2:UB
  About
  Downloads
  FAQ
  Maps
  Söldner
  Tutorials
  Waffen
  Walkthrough

JA2
  About
  BSE Test
  Cheats
  Demo
  Downloads
  FAQ
  Pics
  Söldner
  Taktiken
  Training
  Waffen
  Walkthrough
  Werkstatt

JA:DG
  Downloads





WEBCounter by GOWEB
visitors since 25.01.99

Jagged Alliance 2 Basis ( Ja2 )
Biographien --> Danny


Danny`s Leben:


Danny Daniel, wurde am 11.06.1967 als erstes von fünf Kindern der Eheleute Tom und Cill Quinten in der Nähe von Burwash Landing im Yukon Territory/Kanada geboren. Der Vater bestritt den Lebensunterhalt der Familie als Goldsucher und Fallensteller.

Der Junge wuchs unbeschwert auf, obwohl er bereits als Kleinkind den Eltern zur Hand gehen mußte. Jede freie Minute verbrachte er damit, auf die Bäume in der Umgebung der elterlichen Hütte zu klettern. Er bewies dabei eine unglaubliche Beweglichkeit, die seine Eltern und später auch die jüngeren Geschwister immer wieder zum Staunen brachte.

Außerdem lernte er sehr schnell und bewies, trotz des weiten Weg´s, den er gelegentlich allein im Kanu, bzw. mit dem Snowmobil bewältigen mußte, in der Schule überdurchschnittliche Leistungen.

Danny, inzwischen war er 11 Jahre alt, und sein 10jähriger Bruder Ken, durften 1978 den Vater, der von einem New Yorker Fotografen angeworben worden war, bei einer kleinen Expedition begleiten. Der Mann wollte Bilder vom Wildlife im Kluane National Park machen.

Die gutgelaunte kleine Gruppe, inzwischen vier Tagesmärsche von der nächsten menschlichen Ansiedlung entfernt, beobachtete eines Abends die Notlandung eines Wasserflugzeuges in unmittelbarer Nähe ihres Lagerplatzes.

Der Pilot , ein Mann namens Dick Peters, fand in diesem reinen Sumpf-/Waldgebiet keine gute Landemöglichkeit, entsprechend sah die Maschine aus nachdem sie auf dem Boden aufgesetzt war. Zum Glück gab es keine Toten, doch Dick´s Beine waren zerquetscht und jeder seiner fünf Passagiere, bei denen es sich um europäische Bergsteiger handelte, die den Flug vom Kluane Lake zum höchsten Berg Kanadas, dem Mount Logan (5.959m) gebucht hatten, mehr oder weniger lädiert. Das Cockpit der Maschine war zerschmettert, das Funkgerät hinüber.

Die Kinder, denen bisher immer vermittelt wurde, dass alle Touristen aus den USA und Europa Weicheier sind, staunten, mit welcher ruhigen aber effektiv-zielstrebigen Art die Europäer ihre Probleme angingen. Eine Ärztin aus Bern, unterstützt von denen, die zur Hilfe in der Lage waren, kümmerte sich um die Verletzten und verkündete nach einiger Zeit, dass für niemanden akute Lebensgefahr bestehe, schnelle Hilfe für Dick aber von Nöten sei. Daraufhin brach Tom, in Begleitung eines Deutschen, der sich lediglich die Hand gestaucht hatte, auf, um Hilfe zu holen.
Da es im allgemeinen Interesse war, das sie ihr Ziel erreichten, nahmen sie das einzige zur Verfügung stehende Gewehr mit.

Die folgenden sechs Tage sollten Danny verändern und seine Einstellung lebenslang prägen. In jeder freien Minute, Ken und er legten Schlingen um für die Nahrung zu sorgen, ließ er sich von den Bergsteigern deren umfangreiche Ausrüstung erklären. Bei der Versorgung der Verletzten war er stets als erster zur Stelle, um der Ärztin zur Hand zu gehen. Dabei stellte er viele kluge Fragen und bewies einiges an Geschick, so das die Schweizerin, der aufgrund ihrer sexuellen Orientierung keine eigenen Kinder vergönnt waren, einen für Danny´s Zukunft entscheidenden Entschluß faßte. Erwartungsgemäß lockte der durch die Verbände nicht zu überdeckende Blutgeruch bereits am zweiten Tag einen riesigen Braunbär an. Jedesmal wenn das imposante Tier dem Lager zu Nahe kam, was jeden Abend geschah, namen die Männer und natürlich auch die Ärztin ihre Eispickel zur Hand und bildeten einen lebenden Schutzwall um den Schwerverletzten. Doch diese waren nicht nur als Waffe gedacht, zuerst einmal dienten sie der Abschreckung. Mit den Pickeln klopfte die kleine Gruppe auf ihr Kochgeschirr, was einen Heidenlärm verursachte. Sie beherzigten auch den Rat der Jungen, niemals die Arme über Kopfhöhe zu schwingen, was der pelzige Gigant als Aufforderung zu Zweikampf aufgefaßt hätte. Zum Glück war die natürliche Speisekammer des Bären, jetzt im Hochsommer, ausreichend gefüllt. Er verzichtete auf eine Attacke. Aus abendlichen Gesprächen ergab sich, dass den Bergsteigern durchaus bewußt war, wie so ein Angriff für sie ausgegangen wäre. Danny´s Hochachtung wuchs, für ihn würde es in Zukunft selbstverständlich sein, niemals jemanden in Stich zu lassen. Auch der Fotograf war zufrieden. Die Besuche brachten ihm einige Bilder, die später Weltweit veröffentlicht wurden.
Am fünften Tag kreiste ein Wasserflugzeug über ihnen, Hilfe war eingetroffen. Noch während Danny überlegte wie die wohl landen würden, lösten sich zwei dunkle Punkte von der Maschine. Bereits nach wenigen Momenten öffneten sich Fallschirme, an denen ein Mensch, bzw. eine Kiste pendelten. Fasziniert beobachtete Danny Flug und Landung des Mannes, bei dem es sich um einen Doktor der kanadischen Armee handelte, der zufällig am Kluane Lake gefischt und spontan seine Hilfe angeboten hatte. Der stellte leicht enttäuscht fest, dass weniger er, als das neben neuem Proviant in der Kiste befindliche Verbandsmaterial benötigt wurde. Nach seinem Bericht war er direkt losgeflogen, da unklar war, wann ein Hubschrauber zur Verfügung stehen würde.
Im Laufe der nächsten Stunden überflogen mehrere Flugzeuge ihren Lagerplatz bevor dann zur allgemeinen Überraschung ein Hubschrauber landete und sofort darauf mit dem Schwerverletzten, dem Fotografen, einen der Bergsteiger und Ken sowie dem Armeearzt wieder startete. Einen Tag später wurden auch Danny und die anderen abgeholt (s. Anmerkung 1). Zurück in Burwash Landing bot die Ärztin dem verdutzten Tom an, Danny mit in die Schweiz zu nehmen, wo sie ihm eine erstklassige Schulbildung finanzieren würde. Tom und Cill lehnten kategorisch ab.

Erst drei Jahre später, die Verbindung zwischen der Ärztin und dem Jungen war nie abgebrochen, war es soweit. Danny setzte sich in einen Flieger und wechselte nach Europa.
Die folgenden zwei Jahre waren hart für ihn, er mußte nicht nur sein fehlendes Wissen den Anforderungen anpassen, sondern auch noch Deutsch und Italienisch lernen. Zum Glück stammte er aus einer Franco-Kanadischen Familie und beherrschte Französisch schon bei seiner Ankunft nahezu perfekt.

Doch die Schweizer Alpen entschädigten ihn für vieles. Wann immer möglich war er mit der Ärztin unterwegs und erlernte das Bergsteigen. Er wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem sicheren Experten. Kurz bevor sein Medizinstudium begann, durchstieg er mit exakt der Gruppe, die seinerzeit in Kanada mit dem Flugzeug verunglückte, die Eiger- Nordwand.

Nach Beendigung des Studiums meldete er sich bei der kanadischen Armee, die gerne seinem Wunsch folgte, ihn zum Fallschirmspringer auszubilden. Kurz darauf überfiel im mittleren Osten ein größenwahnsinniger Despot ein kleines Emirat. Aus diversen Gründen, hauptsächlich aber besorgt um den Zugriff auf die dort lagernden Erdölvorräte, beschloß eine Vielzahl von Staaten, einzugreifen. Die Operation „Desert Storm“ war geboren. Dr. Daniel Quinten rettete dabei ohne Rücksicht auf seine eigene Verwundbarkeit eine Vielzahl von Menschenleben.

Die Folgejahre vergingen weitgehend ereignislos, er frönte seinen Hobby´s bis er eines Tages eine Mail aus der Schweiz erhielt, die sein zukünftiges Leben einschneidend verändern sollte:

Lieber Danny,

meine große Jugendliebe hat ein riesiges Problem. Ihr Bruder arbeitet für den CIA, hat dort wohl Zugriff auf Staatsgeheimnisse. Er wurde entführt. Frag mich nicht woher, aber meine Freundin weiß, wo er sich befindet. Sie kann leider nicht die amerikanische Regierung um Hilfe bitten, da das Risiko besteht, dass die Entführer und das Opfer liquidiert werden.

Daher hat sie Experten verschiedener Söldnerorganisationen angeworben, die sich übermorgen treffen werden. Was der Gruppe fehlt ist ein guter Arzt. Meine Freundin hat zwar jahrelang an Kampfeinsätzen teilgenommen, doch nun sind wir leider beide zu alt um uns an so ein Abenteuer zu wagen. Du kennst Dich in den Wäldern des Nordens aus, bist ein erstklassiger Notfallarzt und körperlich Topfit. Deshalb möchte ich Dich herzlich bitten die Gruppe zu unterstützen. Begebe Dich nach Anchorage. Übermorgen um 20.00 Uhr trifft sich das Team in einer Tanzbar namens „Bush Company“, wende Dich dort an einen Mann namens Len Anderson. Er soll zwar auch nicht mehr der Jüngste sein, doch meine Freundin bestand darauf, dass er die Gruppe führt.

Paß auf Dich auf, in Liebe

Danny überlegte keine Sekunde, er tippte seine Antwort ein, und während die Buchstaben O und K den weiten Weg in die Schweiz sekundenschnell zurücklegten, packte er schon seinen Rucksack.

______________________________________________________________

Anchorage/USA - 03.08.1998

Aus einem unauffälligen Mitsubishi heraus beobachteten seit fast fünfzig Minuten zwei Männer schweigend den Eingang der „Bush Company“. Es war einiges los, doch die gesuchten Personen waren noch nicht aufgetaucht.

Jetzt näherte sich ein junger drahtiger Mann. „Er ist es, fangen wir ihn ab.“ Die Männer verließen das Fahrzeug und gingen zielstrebig zum Eingang. Als würde er ihre Anwesenheit spüren, drehte der sich um und schaute ihnen Erwartungsvoll entgegen.

„Dr. Daniel Quinten ?“ Danny nickte, während er die Männer ausgiebig musterte. Was er sah gefiel ihm. Sofort erkannte er in dem Älteren eine geborene Führungspersönlichkeit. Der Mann erinnerte ihn von Körperhaltung, Tonlage und Auftreten an verschiedene Berufsoffiziere, die er in den letzten Jahren kennen gelernt hatte. Der Jüngere bewegte sich mit der lässigen Eleganz eines Tigers. Danny konnte sich gut vorstellen, wie er in einer Gefahrensituation förmlich explodieren würde.

„Um Ärger zu vermeiden haben wir vorerst darauf verzichtet, dass Lokal zu betreten.“ Durchaus angebracht dachte sich Danny, beide Männer waren dunkler Hautfarbe.

„Len Anderson, wie ich annehme ?“.
„Corp. Len Anderson, aber nennen sie mich ruhig Len“.
„Magic“, ...mehr schien der zweite Mann nicht von sich preisgeben zu wollen.

„Dann darf ich mich auch vorstellen, mein Name ist Targeteer“

Magic wirbelte halb herum, während seine Hand blitzschnell unter der Jacke verschwand. Erst in der Bewegung wurde der Name des Mannes von seinem Hirn verarbeitet, das Erfassen der entspannten Körperhaltung des potentiellen Angreifers beendete den Adrenalinausstoß. Er entspannte sich, gönnte dem Neuankömmling aber einen wütenden Blick. „Mach das nie wieder..“ knurrte es tief aus seiner Kehle.

Auch Len und Danny hatten nicht bemerkt, dass sich eine weitere Person genähert hatte. „Ich muß zugeben, meine Auftraggeberin hat nicht zuviel versprochen...“, Len´s Stimme verriet weder Ärger noch Überraschung, „...doch... es waren zwei Personen angekündigt?“ „Tank, sie sind es, komm her.“ Gemächlich gesellte sich der Gerufene zu der Gruppe, während er offensichtlich eine Waffe in seiner Jacke verschwinden ließ. „Tach auch“, der schien, wie Magic, nicht viel Worte zu machen.

Die Männer musterten sich gegenseitig. Danny stellte zufrieden fest, dass hier zwei weitere Kämpfer eingetroffen waren. Der mittelgroße Mann namens Tank strotzte vor Muskeln, als Doktor erkannte er sofort, dass diese nicht auf Anabolika gründeten. Targeteer erinnerte ihn spontan an einen ehemaligen Westerndarsteller, hochgewachsen, sehnig, in seiner vordergründigen Lässigkeit leicht zu unterschätzen. Kurz mußte er daran denken, dass der inzwischen auch politisch aktive Schauspieler in Homer, also ganz in der Nähe, einen Nebenwohnsitz besaß.

Danny brach das Schweigen „Sind wir komplett ? Dann laßt uns reingehen.“

Wortlos setzte sich Len in Bewegung und betrat, gefolgt von Tank, die Table Dance Bar. Als Danny ihnen folgte standen sich die beiden verbliebenen Söldner, ihre Augen im stillen Duell tief ineinander versunken, noch immer wortlos gegenüber. „Das fängt ja gut an“ dachte er. Doch noch bevor die Eingangstür in die Falle schnappte, folgten die beiden.

So sehr sich die Mädchen an diesem Abend auch anstrengten, keiner der fünf Männer am Seitentisch hatte auch nur einen Blick für sie (s. Anmerkung 2).

Dem Gespräch entnahm Danny, dass Len und Magic zu einer Söldnergruppe namens AIM gehörten, während Tank und Targeteer für eine Organisation namens B&HMP arbeiteten. Der Entführte wurde irgendwo in der weitgehend unbesiedelten Gegend unterhalb des Mount Torbert (3479m) gefangengehalten. Sie würden sich ein Wasserflugzeug mieten und als Angler getarnt in der Gegend ihr Lager aufschlagen. Die AIM konnte offensichtlich keine Piloten anbieten, daher war Tank angeworben worden. Dieser gab im Gespräch grinsend zum besten, dass er alles was einen Motor habe, in Gang bringen und beherrschen könne; Panzer, U-Boot, Concorde und Flugzeugträger eingeschlossen.

Vor Ort würde sich Targeteer, ein ausgezeichneter Spurenleser, der in den Appalachen aufgewachsen war, mit Magic und Danny auf die Suche nach dem Versteck machen, während Len und Tank die friedlichen Angler vortäuschten.
Vorab war am morgigen Tag ein Treffen mit einem gewissen Claude Dolvich geplant, der ihnen ihre eingeschmuggelten Waffen und weitere Ausrüstung übergeben würde.

*************************

Gegen 23.15 Uhr verließen die Männer die Bar, schon um 6.00 Uhr trafen sie sich an einem Aussichtsplatz am „Turnagain Arm“ mit Claude, der ihnen zwei schwere Seesäcke übergab.
Danny benötigte zwei Versuche ehe er den ersten überhaupt angehoben bekam.
„Laß mal, Doktor“, ...in jeder Hand locker einen Seesack schwingend entschwand Tank pfeifend Richtung Auto.
Nachdem Claude Grüße an einen gewissen Ivan bestellt hatte, den wohl auch Len und Magic kannten, ging es zurück nach Anchorage, wo sie sich Angelscheine besorgten und als stilechte Angler ausstaffierten. Ohne durch übermäßige Formalitäten aufgehalten zu werden, mieteten und beluden sie eine Cessna (s. Anmerkung 3).

Während die Maschine, den fröhlich pfeifenden Tank am Steuerknüppel, das „Cook Inlet“ überquerte, öffnete Len den Umschlag. „Ivan´s Clan, das sind schon tolle Burschen.“ sagte er anerkennend.
Auf Danny´s fragenden Blick erläuterte er: „Die haben herausgefunden wer unsere Zielpersonen mit Proviant versorgt. Hier ist eine detaillierte Skizze der Gegend, ....und das Beste - es sind alle in Frage kommenden Blockhütten eingezeichnet. „Wieviel?“
Danny fragte sich ob Magic immer so schlecht gelaunt war oder ihm nur der gestrige Vorfall mit Targeteer die Stimmung verhagelte. „Es sind nur zwei.“ Damit war allen klar, dass die von ihnen befürchtete tagelange Suche nicht mehr zu erwarten war, Euphorie breitete sich in der kleinen Maschine aus. Die Ausrüstung sichtend, rissen die Männer Witze, verglichen die Zuverlässigkeit einzelner Regierungen in ihrer Eigenschaft als Auftraggeber und schmiedeten erste Pläne, wer welchen Part bei der Befreiung des Gefangenen übernehmen würde. Nur Magic hielt sich zurück. Danny fiel mehrfach auf wie dessen Blick auf Targeteer fiel. „Wenn das mal gut geht“, ...er begann sich ernsthaft Sorgen zu machen.

Das Team packte die Rucksäcke. Zwischen all dem für das tägliche Leben notwendigen Kram brachte jeder auch eine SIG 552 Commando dort unter. Die mit umgeklapptem Kolben nur knapp 50 cm lange Waffe, ausgestattet mit einem 30-Schuss Magazin, ließ sich hervorragend verstauen. Len hatte bei der Auswahl besonderen Wert darauf gelegt, dass kein zufälliger Beobachter ihre Bewaffnung auf Anhieb erkennen konnte.
Die einzige Langwaffe, die sie bereits am Flughafen sichtbar bei sich führten, war eine Sauer 202. Diese oder ähnliche Jagdwaffen dienten in der Wildnis dem persönlichen Schutz und würden nicht unangenehm auffallen.
„Aaahh“, Targeteer´s ehrfürchtiges Aufstöhnen galt der Horton Hunter Express SL 175, die er in einem der Seesäcke entdeckt hatte. Er wußte, mit dieser Armbrust war fast alles möglich. Zielgenau bis 300 m, wenn man die entsprechende Zusatzausrüstung..., er begann den Seesack zu durchwühlen und fand auch das ersehnte Zubehör. Ein Sniper Scope (32X2), dazu Laserpointer und 4fach Pfeilhalter. Als Pfeile waren die erstklassigen "LS-2 Lite" aus Aluminium beigefügt. Das sicherte eine gute Fluglage, Verformungen würden nicht auftreten. Die Pfeilspitzen aber waren die Krönung, Razor Lite 100 - drei Klingen, die sich ähnlich einem Bohrer in das Ziel hinein fressen würden. Wer immer bei der AIM für die Logistik zuständig war, in diesem Moment hätte er ihn knutschen können.

*************************

In einer kleinen Bucht unweit des vermuteten Aufenthaltsortes der Entführer wasserte die Maschine. Den Rest des Tages verbrachten die Männer mit dem aufstellen der Zelte und Angeln. Dabei benahmen sie sich absichtlich wie unerfahrene Großstadttouristen, um eventuelle Beobachter in Sicherheit zu wiegen.

Zum Abendessen gab es Lachssteak, dann wurden die Zelte aufgesucht. Diese standen absichtlich gut verdeckt unter Bäumen. Schon wenige Minuten später waren Magic und Danny, angeführt von Targeteer unterwegs zum ersten Blockhaus. Zwei Stunden später, es war inzwischen Stockdunkel und sie trugen Nachtsichtgeräte, war klar, dass sie das große Los gezogen hatten. Weit über ihnen, leicht oberhalb der Baumgrenze, erkannten sie künstliches Licht, die Blockhütte war bewohnt (s. Anmerkung 4).

„Ihr wartet hier, ich werde mal die Lage sondieren.“ Ohne auf eine Antwort zu warten wollte sich Targeteer auf den Weg machen. „Wir kommen mit.“ Magic´s Stimme duldete keinen Widerspruch.
„Zwischen denen knallt es eines Tages“, Danny hoffte, zu diesem Zeitpunkt nicht in der Nähe zu sein.

Achselzuckend ging Targeteer wieder voran. Als sie sich auf ca. 200 m der Hütte genähert hatten führte der Weg zwischen mehreren Felsbrocken entlang.

Hier endete ihre Glückssträhne.

Eine Falle ahnend bewegte er sich gebückt vorwärts und schon erspähte er das Gesuchte. In Kniehöhe verlief ein dünner Metalldraht quer über den Weg. „Sprengfalle oder akustische Warneinrichtung? Egal, mit mir nicht.“ dachte er. Eine Warnung flüsternd stieg er mit dem ersten Bein langsam über den Draht. Als er den Fuß auf der anderen Seite wieder aufsetzte spürte er durch seine Mokassin, wie sein Gewicht etwas unnatürliches niederdrückte. Adrenalin schoß durch seinen Körper, Targeteer verharrte. „Bin auf irgend etwas draufgetreten, was hier nicht hingehört. Schaut mal vorsichtig nach was es ist.“
„Magic ging langsam zu Boden und robbte unter den Stolperdraht. Dann begann er mit dem Messer den Boden unter Targeteer´s Fuß zu prüfen. Es machte leise „Pling“.
„Danny, geh sofort 40 Schritt zurück, es ist eine Tretmine“. Magic kroch unter dem Draht hervor und verschwand, mit dem Messer den Boden für jeden Schritt prüfend, zwischen den Felsen.
Während Targeeter, verzweifelt bemüht nicht in Panik zu geraten, wie angewurzelt stehen blieb, überlegte Danny, wie ihm zu helfen sei. Doch im Gegensatz zu Magic, der, soviel hatte er den Gesprächen der letzten Tage entnommen, erhebliche Kenntnisse zu Sprengstoffen besaß, konnte er selbige nicht vorweisen. „Ich hab gesagt Du sollst von ihm weggehen“ erklang Magic´s geflüsterte Stimme verärgert aus der Dunkelheit. „Der sieht doch tatsächlich in Targeteer nur noch eine lebende Leiche.“ Enttäuscht bewegte sich Danny wieder exakt 40 Schritt bergab.

*************************

Der an das Feldbett gefesselte Mann beobachtete seine Gastgeber.

Cathy, das kleine Biest, seine Situation verdankte er ihr und einer Portion KO -Tropfen, fummelte wieder mit Hassan, dem schnauzbärtigen Anführer dieser Truppe herum.
Peter und Paul, bei der Kombination mußte er immer wieder innerlich Grinsen, die einheimischen Helfer der Araber, schnarchten in ihren Schlafsäcken. Als heute in der Nähe ein Wasserflugzeug gelandet war, hatten sie sofort die Lage sondiert, dann aber Entwarnung gegeben.
Ali saß am Tisch und reinigte zum dritten mal an diesem Tag sein AK. Für den war Ruhe ein Fremdwort, ein echter Psycho - immer wenn er in seine Nähe kam schlug er zu und beschimpfte ihn dabei in seiner Sprache. Doch die Worte Kapitalist, Imperialist und Jude waren deutlich herauszuhören. Dabei traf zumindest das letzte nicht zu, wie Cathy, wenn sie jemand Fragen würde, bestätigen könnte. Ali gegenüber saß Miguel, ein Kubaner. Was der in der Truppe zu suchen hatte war nicht ganz klar. Jedenfalls hatte er in den letzten Tagen nur die Hütte verlassen, wenn es unumgänglich war. Ansonsten starrte er den lieben langen Tag auf sein Satellitentelefon als wolle er es hypnotisieren.
Hossein, das sadistische Schwein, welches ihm den Ringfinger abgetrennt hatte, befand sich vermutlich oberhalb der Hütte in den Felsen. Die Kerle stellten regelmäßig mindestens eine Wache aus.

Sein Arbeitgeber dürfte inzwischen sein verschwinden bemerkt haben. Bei der sicherlich sofort eingeleiteten Sicherheitsprüfung konnte nicht übersehen werden, dass er Geheimmaterial entwendet hatte. Zwei Millionen Dollar hatten ihm die hageren braunen Kerlchen geboten, da mußte man doch schwach werden. Zum Glück war das Material gut versteckt. So fanden die kleinen Betrüger nichts, nachdem er sich wie ein Anfänger hatte übertölpeln lassen. Schon zu diesem Zeitpunkt war für ihn klar gewesen, dass sich, abgesehen von einer Person, niemand für sein Überleben einsetzen würde. Er heuchelte Angst und erzählte den Arabern eine wilde Räuberpistole, in der seine Schwester, angeblich im Besitz der Papiere, Herrin über eine ganze Insel und mindestens dreihundert gut ausgebildete Soldaten war. Die Idee, spontan geboren, war ihm gekommen weil er mal eine Analyse zu einem kleinen Inselstaat abgeben mußte, der Anfang der 90er durch eine Rumänin namens Deidranna auf geschickte Weise okkupiert worden war. Die Entführer entschlossen sich erwartungsgemäß zur Erpressung. Er durfte seine Schwester anrufen. Diese schaltete sofort, ihr Vorleben war halt prägend.
Sie hatte das Telefonat mit folgenden Worten beendet: „Meine Botschaft wird Deine Begleiter kurzfristig erreichen, die notwendigen Veranlassungen sind hoffentlich innerhalb kurzer Zeit umzusetzen. Du aber halt die Ohren steif, und zieh den Kopf ein wenn der Wind weht.“
Diese Idioten hatten das als positive Antwort gewertet und sich gefreut wie die Kinder. Trotzdem hatte ihm Hossein wortlos den Finger abgetrennt, der wohl als Warnung übersandt worden war. Danach wurde ihm wieder das KO-Zeugs eingetrichtert. Wie er aus Chikago hierhin gekommen war entzog sich absolut seiner Kenntnis.

Wie hatte wohl seine Schwester auf den Anruf und das kleine Päckchen reagiert. Da saß sie friedlich unter Palmen und wurde überraschend von einem Teil ihres Bruders besucht. Sie konnte die Unterlagen nicht herausgeben, weil sie schlichtweg keine hatte. Aber sie war erfahren genug um zu wissen, was mit ihm geschehen würde. Hoffentlich ließ sie schnell ihre alten Beziehungen spielen. Andererseits, sollte sie gar nichts unternehmen, würde ihn das wohl einen weiteren Finger, ein Ohr oder sogar ein Auge kosten, irgendwann das Leben.
Diesen Fanatikern war alles zuzutrauen.
Trotz seiner schwierigen Situation lächelte der Mann diabolisch als er daran dachte, dass das auch für seine Schwester galt.

*************************

Magic tauchte überraschend neben Danny auf. „Hi Doktor, ich werde jetzt versuchen unseren Waldläufer aus seiner misslichen Lage zu befreien. Sollte das nicht gelingen kümmerst Du Dich nicht um uns, sondern erstattest sofort Len Bericht.“ Ohne eine Antwort abzuwarten entschwand er, einen großen, an der Unterseite flachen Felsbrocken, vor sich hertragend. Unwillkürlich ballte Danny die Fäuste und murmelte „Ich Idiot, ich Idiot, wie konnte ich nur annehmen...“

Targeteer, zur Untätigkeit verdammt, bemerkte erleichtert die Rückkehr Magic´s. Dieser drückte ihm den Felsbrocken in die Hände „Sobald ich -Jetzt- sage, nimmst Du den Fuß runter und legst den Brocken mit der flachen Seite drauf“ Magic bückte sich, robbte wieder unter dem Stolperdraht hindurch und begann die Sohle des Mokassins abzutrennen. Als er damit fertig war, befahl er „Zähne zusammenbeißen, nicht zurückziehen.“ Die breite Klinge des Messers wurde vorsichtig zwischen Fuß und Tretmine, bzw. Mokassinsohle gestoßen, wobei sich die Vorsicht mehr auf die Tretmine als den Fuß bezog.
An der blutenden rechten Fußseite spürte Targeteer plötzlich einen starken Aufwärtsdruck, Magic setzte anscheinend alle Kraft ein, um den Auslöser, der weiter links saß, mit dem Messer nach unten zu drücken. „Jetzt“ vernahm er Magic´s angestrengte Stimme. Einen unwillkürlichen Fluchtimpuls unterdrückend besah er sich die Situation und legte den Felsbrocken mit der flachen Seite auf Tretmine und Messer, welches Magic sofort darauf vorsichtig entfernte (s. Anmerkung 5).

Die beiden Männer begaben sich zu Danny, der die zerschnittene Fußsohle sofort fachgerecht versorgte.

„Mit dem Fuß und ohne Schuh kann Targeteer den Abstieg nicht bewältigen. Wir werden uns also in den Felsen verstecken und die Hütte beobachten. Danny, Du steigst ab und holst die Anderen. Ich kann nicht allein 200 m Weg auf weitere Tretminen untersuchen. Deshalb brauchen wir unbedingt Tank, wenn sein Profil stimmt, ist er ein Sprengstoffspezialist.“ Targeteer´s Stimme erklang: „Darauf kannst Du einen lassen“
Magic drehte sich zu ihm um, auf den Lippen eine scharfe Erwiderung. Doch als er die ausgestreckte Hand erkannte, blickte er stattdessen forschend in das vom Nachtsichtgerät verdeckte Gesicht. Nach einem Moment begann er breit zu Grinsen, dann schlug er ein.

Zufrieden und von einer Sorge befreit machte sich Danny an den Abstieg. „Vergiß meine Stiefel nicht.“, die Worte klangen ihm noch minutenlang in den Ohren.

*************************

Während am folgenden Tag im Tal drei friedliche Angler zu besichtigen waren, konnten Magic und Targeteer feststellen, dass die Hütte von mindestens fünf Männern und einer Frau bewohnt wurde.
Sie beobachteten, dass sich knapp 10 m oberhalb der Blockhütte ein Felsvorsprung befand, der ständig mit einem Wachposten besetzt war. Die Entführer schlugen die Zeit tot, allgemeine Langeweile war deutlich spürbar.

Diese wurde am Nachmittag kurz unterbrochen, als ein Braunbär aus dem Wald hervorkam und sich auf der Suche nach Beeren langsam über die freie abfallende Fläche vor der Hütte bewegte. Obwohl keine Gefahr bestand, das Tier war mindestens 150 m entfernt, riß einer der Araber plötzlich sein AK hoch und gab lachend mehrere Schüsse auf den Bären ab, bevor der Lauf der Waffe von einem der Amerikaner hochgeschlagen wurde. Der folgende Streit wurde schließlich von einem schnauzbärtigen Mann geschlichtet und der Alltag kehrte wieder ein. Mit Sorge hatte Targeteer verbucht, dass mindestens zwei Kugeln getroffen hatten, bevor der Bär wütend brüllend wieder im Wald verschwand.

*************************
Um 23.00 Uhr trafen sich die fünf Männer in der Nähe der Tretmine. Nachdem Magic Bericht erstattet hatte faßte Len zusammen: OK, wir wissen nicht ob sich auf dem Weg zur Hütte weitere Sprengfallen oder Ähnliches befindet. Tank und Magic können uns den Weg nicht in Ruhe absuchen, weil sich die verdammte Wache in den Felsen aufhält. Vorschläge?“
„Wenn ich hier in den Fels einsteige, kann ich mich bestimmt seitlich an die Wache heranarbeiten.“ „Abgelehnt, unser Doc wird vielleicht noch gebraucht, da werden wir ihn doch nicht die gefährlichste Aufgabe übernehmen lassen.“ Tank´s Stimme ließ keinen Widerspruch zu.
„Magic kann sich genauso lautlos bewegen wie ich. Wenn er den Weg absucht, bin ich bereit ihm auf dem Fuß zu folgen. Eigentlich müßten wir auf diese Art schnell vorankommen. Wenn ich nah genug dran bin schalte ich die Wache mit dem Bogen aus.“ schlug Targeteer entschlossen vor.
„Wir drei werden Euch in 20 Schritt Entfernung folgen. An der Hütte verteilen wir uns wie folgt: Fenster rechts - Tank, Fenster Frontseite - Danny, Tür - ich. Sobald Ihr die Wache ausgeschaltet habt, übernimmt Targeteer Tank´s Stellung, der kommt zu mir, Magic zu Danny.“

Im folgenden befreite sich das Team von allem unnötigen Balast. Bis auf Danny nahm jeder seine Sig zur Hand. Len nahm Kommentarlos zur Kenntnis, dass sich dieser ein Doppelholster um die Hüften schnallte und zwei Clock 17 darin verstaute. „Unser Doc - ein Westernheld“ dachte er belustigt.
Magic schaute nochmal kurz in die Runde, hielt den Daumen in die Höhe und begann tief gebückt seinen langen gefährlichen Weg in Richtung Felswand. Sofort folgte ihm Targeteer, der sich im letzten Moment entschlossen hatte die Sig zurückzulassen und sich ausschließlich auf seine Armbrust zu verlassen. Tank wartete bis er die Beiden trotz Nachtsichtgerät kaum noch erkennen konnte, dann folgte er, dabei wanderten, für den Fall, dass Magic eine Gefahr übersehen hatte, seine Augen stetig über den kaum erkennbaren Pfad. Len und Danny schlossen sich an.

*************************

Ali kochte noch immer vor Wut. Wenn ihn dieses imperialistische Schwein nicht behindert hätte.. . Die Bärentatzen und das Gebiß, im Libanon wäre seine Heldentat einzigartig gewesen. Er konnte nicht umhin Paul zum zigsten Male verbal anzugreifen: „Wenn noch ein Grizzly kommt behinderst Du mich nicht, sonst werde ich Dich töten.“
“Braunbär, nicht Grizzly, wie oft soll ich Dir das noch erklären“ lautete die gelangweilte Antwort. Peter schaltete sich vermittelnd ein: „Ali, Du hast ihn doch getroffen. Der liegt irgendwo verblutet im Wald, wenn Du willst geh ich morgen mit Dir los und wir suchen ihn.“
„Morgen ist es zu spät, da haben ihn seine Artgenossen schon längst aufgefressen“ stichelte Paul. Das saß, ...sofort forderte Ali mit der Suche gleich zu beginnen.
Peter antwortete: „Es ist nahezu unmöglich bei Nacht eine Blutspur zu verfolgen, Du mußt Dich schon bis Morgen gedulden.“ Der Araber sprang auf „Wer kommt mit?“ Schweigen, offensichtlich hatte niemand Lust auf dieses unnötige Abenteuer. „Dann geh ich eben allein“, Ali griff sich wütend sein AK und verließ die Hütte.

Dem Mann auf dem Bett entging nicht der Blick, den die beiden Amerikaner wechselten. Er hatte das unbestimmte Gefühl, dass er den verdammten Psycho zum letzten mal gesehen hatte.

*************************

Magic stoppte. „Jetzt kann ich den Wachposten erkennen, kannst Du von hier einen sicheren Schuß abgeben?“ Targeteer verhielt neben ihm „Scheint kein Nachtsichgerät zu haben, laß uns noch zehn Meter näher ran gehen.“ Sie setzten ihren Weg fort.

„So, das reicht“, Targeteer richtete die Armbrust auf sein ahnungsloses Opfer. Der Kerl saß da oben, im Halbschlaf dösend an der Felswand. Aus diesem Winkel konnte er nur auf den Kopf zielen, dass Herz wäre ihm lieber gewesen. Sanft legte sich Magic´s Hand auf seine Schulter „Warte!“ Sie beobachteten wie ein Mann, der gerade die Hütte verlassen hatte, zielstrebig bergab in Richtung Wald rannte.

*************************

Weiter hinten überlegte Danny, was dieser Irre wohl vorhatte. Falls der verwundete Bär noch lebte, hielt er sich in der Nähe auf. Die Spezies war nicht nur das klügste, sondern auch das rachsüchtigste Landraubtier der Erde. Falls er aber tot sein sollte, war der Wald dort unten voll von seinen Artgenossen, die durch den Aasgeruch über Kilometer angelockt worden waren.

*************************

Der Wachposten hatte sich, durch die Geräusche irritiert, erhoben. Mit zusammengekniffenen Augen versuchte er in der Dunkelheit etwas zu erkennen. Targeteer nutzte die Chance. Durch den Scope erkannte er seinen Treffer, von diesem Mann war nichts mehr zu befürchten.

Die Söldner erreichten die Blockhütte.

Len flüsterte: „Verteilung wie besprochen, nach Vollzug sichern Tank und Targeteer sofort bergab. Magic, Du bist für die Sicherheit der Zielperson verantwortlich“ Der alte Corporal wußte genau, dass es Magic´s besondere Stärke war Situationen blitzschnell zu erfassen. Sein ausgezeichnetes Reaktionsvermögen, verbunden mit seiner nahezu perfekten Trefferquote, waren die beste Lebensversicherung für den Bruder seiner Auftraggeberin.

Alle nahmen ihre Positionen ein. „Du öffnest, springst rein und links“ Tank hatte verstanden. Er wartete, bis Len sich auf die Knie niedergelassen und die Sig auf die Tür gerichtet hatte. Sieht aus als wollte Len die Tür erschießen“ dachte er kurz, konzentrierte sich, stieß die Tür auf und sprang nach links, während hinter ihm die Sig, die auf 3er Burst eingestellt war, losblaffte.

*************************

Peter sah wie sein Kumpel Paul, mit dem er gerade eine Partie Schach spielte, plötzlich samt Stuhl nach hinten geschleudert wurde. Er griff zu seiner 45er Magnum, als beide Fensterscheiben zersplitterten. Zehntelsekunden war er unentschlossen, dann wurde sein Leben, durch den Mann der am Fenster direkt neben ihm erschienen war, beendet. Sein letzter flüchtiger Gedanke: „Zwei, wie kann man mit zwei...“

„Hossein, warum hat der Idiot nicht aufgepaßt.“ Hassan griff nach seiner Kalaschnikow. Während er den Lauf Richtung Tür schwang blickte er in das grinsende Gesicht eines Mannes, der mit einer Armbrust auf ihn zielte; wußte sofort, dass seine Stunde gekommen war.

Laut seinen Kriegsruf „Allah akbar“ ausstoßend, war er entschlossen als würdiger Krieger in das Paradies einzuziehen. Sein Gott gewährte ihm die Chance, denn Cathy warf sich schützend vor ihn. Der Pfeil durchschlug ihren Brustkorb, wurde leicht abgelenkt und schrammte über seine Rippen. Durch den Aufprall wurde er herum gewirbelt und zielte zufällig genau auf das Fenster vor dem zwei Männer standen. Während Tank´s Kugeln sein Leben auslöschten, führten seine Finger den letzten Befehl aus. Seine brechenden Augen nahmen befriedigt zur Kenntnis, dass er den dunklen Mann mehrfach getroffen hatte. Beide sackten zusammen.

Miguel erkannte sofort, dass es keine Chance für sie gab. Magic´s zufälliger Ausfall rettete ihm vorerst das Leben, bot ihm die Möglichkeit eine Splitterhandgranate zu zünden, die er Richtung Bett warf. Danny und Len schossen gleichzeitig auf ihn. Von vier Kugeln getroffen brach er zusammen. Seine toten Augen würden in den nächsten Stunden auf sein Satellitentelefon starren, über das nie die von ihm so sehnsüchtig erwartete Nachricht eingetroffen war.

*************************

Tank sah wie die Granate geworfen wurde. Er verzichtete auf einen Schuß, sondern sprang mit zwei riesigen Sätzen quer durch den Raum, griff zielsicher zu und holte weit aus. Sein lauter Ruf „Graaannaaatee“ war noch nicht beendet, als das gefährliche Ding schon durch das Frontfenster nach draussen flog und ca. zwölf Meter vor dem Blockhaus in der Luft explodierte. Len und Targeteer, die sich sofort zu Boden geworfen hatten bekamen zum Glück nur einige kleine Schrammen ab. Ungeachtet dessen schrie Len „Tank, sichere den Wald!“ Nachdem dieser an ihm vorbei gerannt war, begab er sich in die Hütte. Ein kurzer Blick bestätigte ihm, dass es hier keine Gegner mehr gab. Um dem letzten Mann kein Ziel zu bieten, löschte er das Licht. Dann befreite er einen sichtlich gut gelaunten Gefangenen von seinen Fesseln.

Magic saß auf dem Hosenboden und beobachtete wie seine Wunden von Danny versorgt wurden. „Und?“, seine Stimme zitterte leicht. „Drei Streifschüsse, einer davon hat wohl mehr die Luft getreift, so viel Fleisch hat die Kugel Dir weggerissen. “Ah gut, kein bleibender Schaden“, Magic ergab sich beruhigt der anrückenden Ohnmacht.

*************************

Ali war bereits ein ganzes Stück in den Wald vorgedrungen, als hinter ihm die Schüsse ertönten. Sofort machte er kehrt und rannte zurück zum Waldrand. Nach der Exlosion einer Handgranate war zwischenzeitlich unheimliche Stille eingetreten. Schemenhaft konnte er weit oben die Hütte erkennen. Er mußte näher heran. Da, zwanzig Meter vor ihm, hinter dem Felsbrocken würde er gute Deckung haben und besser sehen können. Überzeugt von oben nicht gesehen zu werden hetzte er voran. Als sich der Felsbrocken plötzlich erhob und zu seiner vollen Größe von fast drei Metern aufrichtete, konnte Ali nicht mehr stoppen.

*************************

Tank und Targeteer, die die Szene durch ihre Nachtsichtgeräte von oben beobachteten, sahen wie der Mann in den Bären hineinrannte. Als dieser seine riesigen Tatzen fast gemächlich auf die Schultern des Todgeweihten fallen ließ, sah es für sie so aus als würde ein strenger Vater seinem Kind ordentlich ins Gewissen reden.
Der gellende Schrei des Mannes ließ die Vision verschwinden.
Targeteer zielte genau und schoß dem Giganten einen Pfeil durch den Nacken ins Hirn.

„Ich hasse das, aber das Risiko einen verwundeten Bären am Leben zu lassen ist einfach zu groß. Er hätte Morgen auf dem Abstieg mindestens einen von uns attackiert.“ sagte er mehr zu sich selbst als zu Tank.

*************************

Drei Tage später war Magic wieder fit genug um aus eigener Kraft abzusteigen. „Bärenfleisch macht stark“ witzelte er. Danny´s Einwand, wonach das Fleisch wild lebender Bären meist mit Trichinen verseucht sei, hatte er nicht gelten lassen. Zu seinem Glück war diesmal die Sorge unbegründet.

Sie flogen die Zielperson nach Talkeetna, wo sich Claude dank des Satellitentelefons bereits um die weitere Reise gekümmert hatte. Dieser übernahm auch, zu Targeteer´s Leidwesen, die gesamte Ausrüstung.

Am Flughafen von Anchorage trennten sich die Männer. Der Abschied verlief herzlich. Sie wünschten sich gegenseitig - niemals auf verschiedenen Seiten zu stehen. Dann flogen Targeteer und Tank als erste. Sie bestiegen eine Maschine nach Frankfurt/Main.

Bevor Magic und Len zum Checkin für ihre Maschine nach Seattle/Washington schritten, machte Len ein Angebot: „Danny, die AIM kann immer mutige Ärzte gebrauchen“ Wortlos schrieb Danny seine Telefonnummer auf und gab den Zettel weiter.

Noch wußte er nicht, dass er die beiden bereits zehn Monate später in einem Zwergstaat namens Arulco wiedersehen würde.





Anmerkung 1:
Während die hier beschriebenen Örtlichkeiten und Umstände der Realität sehr nahe kommen, bzw. entsprechen, ist dieser Unfall frei erfunden. Ob in der Wildnis tatsächlich Fallschirmspringer zur Rettung eingesetzt werden entzieht sich meiner Kenntnis.

Anmerkung 2:
Um niemanden zu Langweilen, habe ich auf die nähere Schilderung eines Abend´s in einer TDB verzichtet. Wer sich dafür interessiert, sei an dieser Stelle auf Thor´s Lebenslauf verwiesen. Grundsätzlich kann ich jedem Alaskabesucher die, im Gegensatz zum Dirty´s, real existierende „Bush Company“ empfehlen. Nicht nur wegen dem optischen Angebot, sondern einfach um den Flair einzufangen und die verschiedensten Typen von einheimischen Männern zu begutachten. Das typisch amerikanische Chemiebier kostet umgerechnet ca. 7,00 DM, nur das „ersteigern“ der Mädchen ist natürlich nicht billig. Außerdem sollte man sich genau anschauen, gegen wen man bietet. Vom betreten der echten TDB in Soldotna ist dagegen dringend abzuraten.

Anmerkung 3:
Ob man tatsächlich problemlos ein Flugzeug ohne Pilot anmieten kann, ist zu bezweifeln. Die Formalitäten für Kleinflugzeuge beschränken sich tatsächlich, soweit für mich erkennbar, auf ein Minimum. Allerdings muß jeder Pilot nach seiner Rückkehr angeben wo genau er seine Passagiere abgesetzt hat. Diese als Sicherheitsmaßnahme gedachte Regelung ermöglicht den Mitarbeitern von Fish & Game auch in der tiefsten Wildnis Überprüfungen vorzunehmen. Sollte dabei entdeckt werden, dass die Angellizenz überschritten, erlaubt sind z. B. nur drei King Salmon pro Person, oder gewildert wurde, dann wird es richtig teuer.

Anmerkung 4:
Tatsächlich ist es schlicht unmöglich im Dunkeln einen schon am Tage kaum zu erahnenden Pfad zu verfolgen. Wer schon mal in den mit Wanderzeichen recht gut ausgestatteten Alpen rätselnd vor einer Weggabelung stand, wird das sicher nachvollziehen können.

Anmerkung 5:
Nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen. Diese todsichere Methode habe ich mal irgendwann im TV gesehen. Und schon meine 5jährige Tochter hat erkannt: „Ne Papa, das Fernsehen lügt“

Anmerkung 6:
Wie die kundigen JA Spezialisten sicherlich gemerkt haben, sind Magic´s Sprengstoffkenntnisse im vorliegenden Shortie deutlich übertrieben. Dies beruht auf einen dummen Lesefehler von mir. Sofern Euch das übermäßig gegen den Strich geht, posted es im unten von Hieb gelinkten Thread. Sobald ich die Zeit habe, werde ich den Fehler nachträglich korrigieren.

Zwei Bitten:
Sofern Euch im vorliegenden Shortie die Beschreibungen und Anmerkungen auf den Keks gegangen sind, so teilt es im unten von Hieb gelinkten Gewinnspiel-Thread mit. Allerdings besteht die Gefahr nicht in allen Lebensläufen, der nächste (Meltdown), den ich schon vor diesem hier begonnen hatte, spielt definitiv in einer rein fiktiven Großstadtumgebung.
Die reichhaltigen Fehler bitte ich auch zu entschuldigen, bin halt seit über 20 Jahren aus der Schule und durch die neue Rechtschreibung endgültig auf der Verliererseite. Andererseits solltet Ihr mal meinen Cousin schreiben sehen.

Abschließend möchte ich nicht versäumen an dieser Stelle einen ausdrücklichen Dank an Hieb auszusprechen, der nicht nur in unser aller Interesse seine Freizeit für die Basis opfert, sondern mich nun schon zum zweiten mal bei der Auswahl eines Teils der möglichen Waffen beraten hat.






(c) Kenai


Hey! Hier fehlt doch was!
-Dann Mach mit! und mails mir! Barlmoro@JaggedAlliance2.de